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Burlamaqui

Aus Lucca stammende Adelsfam., die von Petrus Martyr Vermigli für die Ideen der Reformation gewonnen wurde. Ende des 16. Jh. liessen sich, nach einem Aufenthalt in Frankreich, zwei Zweige in Genf nieder; der ältere wurde 1631 eingebürgert, der jüngere 1651. Im 16. und 17. Jh. waren die B. Seidenhändler (Théodore durfte 1664 keine Webstühle mit mehreren Schiffchen für die Posamenterei einführen). Im 17. und 18. Jh. stiegen sie ins Genfer Patriziat auf und stellten Professoren sowie Pfarrer. Vincent (1598-1682) war 1633 der erste B. im Rat der Zweihundert. Sein Enkel, der Rechtsprofessor Jean-Louis, nahm 1717 als erster B. Einsitz im Kl. Rat. Renée (1560-1641), Tochter von Michel, heiratete 1586 in erster Ehe César Balbani, 1623 in zweiter Agrippa d' Aubigné. Die Fam. erlosch 1782 mit dem Tod von Sara, der Tochter des Jean-Jacques (->). Der ältere Familienzweig führte mehr als hundert Jahre lang eine italienisch geschriebene Familienchronik, angefangen 1622 von Vincenzo. Sie umfasst fünf Jahrhunderte und behandelt auch andere in Genf niedergelassene Fam. aus Lucca, u.a. die Fam. Calandrini, mit welcher die B. auch verwandtschaftlich verbunden waren.

Quellen und Literatur

  • V. Burlamacchi, Libro di ricordi degnissimi delle nostre famiglie, hg. von S. Adorni-Braccesi, 1993
  • S. Adorni-Braccesi, «L'exil et la mémoire», in BHG 22, 1992, 3-14, (ital. 1991)
  • S. Adorni-Braccesi et al., I Lucchesi a Ginevra da Giovanni Diodati a Jean Alphonse Turrettini, 1996
  • DBI 15, 433-436

Zitiervorschlag

Roth, Barbara: "Burlamaqui", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 13.03.2003, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/025483/2003-03-13/, konsultiert am 14.05.2021.