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Lombard

Genfer Patrizierfamilie, ursprünglich aus Tortorella (Kampanien). L. anderer Herkunft liessen sich ab dem 15. Jh. in Freiburg nieder (Jakob ->, Niklaus ->; Fam. heute ausgestorben), weitere ab 1894 in Neuenburg (Emile ->). Die beiden Söhne von Theodoro Lombardi, César und Marc-Antoine, die als 23- bzw. 13-Jährige flohen, weil sie als Reformierte verfolgt wurden, kamen nach Genf. 1573 wurden sie als Habitants aufgenommen. Der eine züchtete und dressierte Pferde, der andere handelte mit ihnen. 1589 wurden die Brüder unentgeltlich ins Bürgerrecht aufgenommen, da sie sich am Kampf gegen den Hzg. von Savoyen beteiligt hatten. Von nun an war jede Generation der Fam. - die nächsten vier bestanden aus Händlern - im Rat der Zweihundert vertreten. Mit Jean-Gédéon (->) wandelten sich die L. zu einer Bankierfamilie, die sich auch durch wohltätige Zwecke auszeichnete (Alexis ->). Die Gründung der Bank Lombard Odier & Cie. geht auf das Jahr 1798 zurück. Das Institut trug versch. Firmennamen: 1798 hiess die Bank Hentsch, Lombard & Cie., commissions, 1800 Lombard, Lullin & Cie., 1815 Jean-Gédéon Lombard & Cie., 1826 Lombard Bonna & Cie., 1830 Lombard, Odier & Cie. und seit 2002 Lombard Odier Darier Hentsch & Cie. Die L. heirateten in die Fam. Rieu (Alexandre ->), Le Fort, Rilliet und Roches ein. Die zum Familienbesitz gehörende Villa Tortorella in Conches (Gem. Chêne-Bougeries) wurde an das ethnograf. Museum angegliedert, das familieneigene Anwesen in Contamines (Gem. Genf) in eine Primarschule umgewandelt.

Quellen und Literatur

  • Galiffe, Notices généal. 2, 446 f.
  • Schweiz. Geschlechterbuch 4, 824-828
  • A. Lombard, Chronique de la famille L. de Tortorella, 1983
  • B. Lescaze, La Corraterie, 1993 (21998)
  • Nos deux cents premières années, 1998