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de'Medici

Florentiner Fam. einfacher Herkunft aus der Region Mugello (Toskana), die v.a. im 15. bis 16. Jh. grossen polit., wirtschaftl. und religiösen Einfluss erlangte. Der wichtigste Zweig war jener des Stammvaters Averardo, genannt Bicci, dessen Sohn Giovanni (1360-1429) die Medici-Bank (1397-1494) gründete. Diese wurde bald zum wichtigsten europ. Kreditinstitut mit Filialen in den bedeutendsten damaligen Zentren. Als Händler, Geldverleiher, Financiers auf dem Währungsmarkt, Unternehmer und insbesondere Bankiers des Papstes übernahmen die M. mit Cosimo dem Älteren 1434 offiziell die Herrschaft über Florenz, das 1532 in ein Fürstentum umgewandelt wurde. Mit der formellen Bildung des Grossherzogtums Toskana 1569, dessen Geschicke sie bis 1737 bzw. bis zu ihrem Aussterben leiteten, dehnten die M. ihre Herrschaft auf die Umlande aus.

Die Beziehungen der Fam. zum Gebiet, das heute zur Schweiz gehört, gehen mindestens auf die 1420er Jahre zurück, als wegen der Bedeutung Genfs als Messeort und Finanzplatz in der Stadt eine Filiale der Medici-Bank eröffnet wurde. Die u.a. von Giovanni Benci und Michele di Ferro (bis 1435), Ruggieri della Casa (1435-47) und Francesco Sassetti (1448-59) geleitete Niederlassung konzentrierte sich auf Finanzgeschäfte und bediente sich dabei v.a. der Wechselbriefe als Kredit- und Spekulationsobjekte. Zusammen mit den mehr auf den Handel ausgerichteten Tätigkeiten ermöglichten diese Geschäfte dem Unternehmen, grosse Gewinne anzuhäufen. Nach dem Niedergang der Genfer Messen wurde die Filiale 1466 nach Lyon verlegt. Wegen des Konzils von Basel (1431-49) waren die M. auch in Basel tätig, wo sie 1433-43 eine Agentur unterhielten.

Quellen und Literatur

  • R. De Roover, The Rise and Decline of the Medici Bank 1397-1497, 1963
  • M. Cassandro, «Banca e commercio fiorentini alle fiere di Ginevra nel secolo XV», in SZG 26, 1976, 567-611
  • J.-F. Bergier, «Lettres genevoises des M. 1425-1475», in Studi in memoria di Federigo Melis 3, 1978, 279-310
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