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Saladin

Genfer Fam., die ursprünglich aus Villefranche-sur-Saône (Lyonnais) stammte. Sébastien (1543-1618), der Tuchhändler in Lyon war, kam als hugenott. Flüchtling vor 1586 nach Genf und erhielt 1596 das Bürgerrecht. Seine Nachkommen gelangten im 17. Jh. im internat. Bankgeschäft und Handel zu Reichtum. Bald zählten die S. zu den vermögendsten Fam. der Stadt und traten 1626 in den Rat der Zweihundert und 1750 in den Kl. Rat ein. Unter der Leitung von Antoine (->), dem Enkel von Sébastien, entwickelte sich A. Saladin & fils zu einem Unternehmen mit internat. Beziehungen. Nachdem Antoine 1702 die königl. Glashütte von Saint-Gobain gekauft hatte, blieb deren Verwaltung bis 1818 fast ununterbrochen in den Händen der Familie. Die S. wurden regelmässig in die höchsten Regierungsämter der Republik Genf gewählt: Im 17. und 18. Jh. wirkten sie mehrfach als Auditoren, Ratsherren, Syndic und Erste Syndic. Im 18. Jh. zeichneten sie sich auch als Diplomaten aus, wobei sie v.a. am franz. Hof aktiv waren, etwa mit Jean-Louis (->), dem Enkel von Antoine und Begründer des älteren Zweigs der S. Der jüngere Zweig geht auf seinen Cousin Antoine (->) zurück, der 1763 die Herrschaft Crans bei Nyon kaufte. Einige Vertreter dieses Zweigs, wie Antoines Sohn Charles (->), flüchteten nach der Revolution von 1792 als Anhänger der aristokrat. Regierung nach England. In der Restauration kehrten sie nach Genf zurück. Auguste (->), Charles' Bruder, spielte beim Beitritt Genfs zur Eidgenossenschaft 1814 eine bedeutende Rolle. Die Fam. erlosch mit Ernest (1827-1911).

Quellen und Literatur

  • AEG, Nachlass
  • Galiffe, Notices généal. 2, 520-533
  • Schweiz. Geschlechterbuch 1, 467 f.; 6, 630 f.
  • M. Baggi, M. Vial, «Un lot d'archives privées: les papiers S., banquiers genevois et actionnaires de Saint-Gobain», in Cahiers d'histoire 12, 1967, 175-182
  • M. Fontannaz, M. Bory, «Le château de Crans, une œuvre genevoise?», in Genava, NF 37, 1989, 59-115
  • S. Kathari, «Sur les traces de la famille S.», in Bulletin/Société genevoise de généalogie 2, 2004/05, 23-39
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