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SarasinGE

Genfer Fam., ursprünglich aus Saint-Aubin-en-Charollais im Burgund, nicht mit dem gleichnamigen Geschlecht von Basel verwandt. Die S. kamen mit der ersten Welle hugenott. Flüchtlinge nach Genf. Der Arzt Philibert (->) wurde 1551 Habitant und 1555 Bürger von Genf. Sein Sohn Jean-Antoine (->) zeichnete sich ebenfalls auf dem Gebiet der Medizin aus und war Stammvater mehrerer Zweige. Zwei von Jean-Antoines Kindern, die Ärzte Philibert (1577-1632) und Jacques (1594-1663), übersiedelten nach Paris, wo sie Berater von Ludwig XIII. waren. Philibert begründete den Zweig der S. de La Pierre. Der von Samuel (1597-1659), einem weiteren Sohn von Jean-Antoine, abstammende Zweig in Frankfurt am Main erlosch mit Georges-Abraham (1791-1871). Die Linie der S. de La Pierre liess sich 1615 im gleichnamigen Schloss (heute Gem. Régnié-Durette, Beaujolais) nieder und nahm den kath. Glauben wieder an. Mit Louis-Philippe-Joseph (1696-um 1770) starb sie aus. Jean (->), ebenfalls ein Sohn von Jean-Antoine, begründete in Genf den bedeutendsten Familienzweig, der zahlreiche Bankiers, Juristen, Wissenschaftler und Pfarrer hervorbrachte und dessen Mitglieder regelmässig öffentl. Ämter innehatten. Im 17. und 18. Jh. sassen 28 Vertreter des Geschlechts im Rat der Zweihundert, andere wurden Auditor, Syndic wie Jean (->) oder Erster Syndic wie François (1732-1803). Im 19. und 20. Jh. stellten die S. im Repräsentierenden Rat und später im Genfer Gr. Rat mehrere Abgeordnete, so Charles (1806-76), Georges (1827-91) und Edouard (->). Jean (->) und Edouard (1808-82) wurden Genfer Staatsräte. Die S. waren mit den einflussreichen Genfer Fam. Rigaud, Turrettini, Lullin, Gallatin, Favre und Rilliet verschwägert.

Quellen und Literatur

  • AEG, Nachlass
  • Galiffe, Notices généal. 2, 479-511
  • Schweiz. Geschlechterbuch 2, 474-479; 6, 632-635
  • Livre du Recteur 5, 460-469
  • J. Vincent, «Généalogie Sarrazin, S.», in Généalogie en Bourgogne, 1997, Nr. 8, 4-11