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Dauphin duViennois

Mit dem V. als Kerngebiet schufen drei aufeinanderfolgende Adelshäuser das Fürstentum Dauphiné und beherrschten dieses bis 1349. Von 1029 an prägten die Herren von Vion, die sich ab dem 11. Jh. nach ihrer Burg südlich von Vienne Gf. von Albon nannten, über mehrere Generationen den Aufstieg zum Fürstenhaus. 1029 übertrug Ebf. Burkhard von Vienne den Süden der Grafschaft Vienne an Wigo (Guigues I.) den Alten von Vion (1070). Die Gf. von Albon erwarben weitere Güter und Rechte im Grésivaudan um Grenoble und in den südöstl. Alpentälern jenseits des Alpenkamms im Tal von Oulx, im Val Cluson und im Varaitatal. Über die Heirat 1183 mit der Erbtochter von Guigues V., Beatrix, gelangte der Besitz an Hzg. Hugo III. von Burgund. Grafschaft und Titel kamen 1282 ebenfalls erbweise an Humbert I. de la Tour du Pin. Das Fürstentum erreichte jedoch nie die territorialherrschaftl. Einheit etwa Savoyens; es hatte keine Hauptstadt, keine Zentralverwaltung, keine Grablege und zunächst nicht einmal einen Namen. Der 1110 erstmals erw. Personenname Delphinus, so hiess der Urenkel von Wigo, Guigues IV., wurde später zum Titel des Herrschers und gab schliesslich dem ganzen Fürstentum den Namen. 1293 wird die Grafschaft des V. als Dauphiné (Delfinat) bezeichnet.

Durch die Heirat Guigues VII. von Burgund, des Gf. von Albon, mit Beatrix von Savoyen, der Tochter Peters II., erlangten die Grafen 1241 das Faucigny, zu dem auch der befestigte Hafen Hermance am Genfersee gehörte. Da das Faucigny die Grafschaft Savoyen vom savoy. Chablais und vom Wallis trennte, kam es zu Konkurrenzansprüchen und einem fast hundertjährigen Krieg zwischen den Gf. von Savoyen und dem Dauphin des V. Die Feindschaft verschärfte sich mit der Übernahme der Herrschaft im V. durch das Haus de la Tour du Pin 1282, denn deren Besitz beidseits der Rhone zwischen Lyon und dem Rhoneknie schob sich wie ein Keil zwischen Savoyen und die savoy. Bresse. Der letzte Graf und Dauphin des V., Humbert II. de la Tour du Pin, verschuldet, dankte 1349 im Alter von 37 Jahren ab und verkaufte sein Fürstentum an den Kg. von Frankreich. Die Kronprinzen übernahmen als Inhaber der Herrschaft den Titel Dauphin. Humbert II. starb als Letzter seines Geschlechts 1355 in Clermont.

Quellen und Literatur

  • Histoire du Dauphiné, hg. von B. Bligny, 1973
  • LexMA 3, 586-588