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Alberto

1708/09 Viglio (heute Gem. Collina d'Oro), 31.8.1772, kath., von Viglio. Sohn des Carlo Francesco, Inhabers eines der grössten Bauunternehmen in Mailand des 18. Jh., das mit den wichtigsten Auftragnehmern im Bauwesen der Lombardei zusammenarbeitete, und der Giulia Maria Sacco. F. stammte aus einer Fam. der sog. Auswanderungsaristokratie, die bedeutende Güter im Tessin und in der Region Mailand besass und deren Mitglieder sich an der Spitze des lombardischen Bauwesens als Leistungserbringer und Auftragnehmer etabliert hatten. Zusammen mit seinem Bruder Giuseppe (1741-1807) war F. während der österr. Herrschaft in der Lombardei als Architekt, Ingenieur und Baumeister tätig. Die zwei Brüder trugen zum Erfolg des väterlichen Unternehmens bei und erstellten in Mailand zahlreiche Gebäude, so die Kirche S. Francesco Grande, das Canobiana-Theater sowie 1776-78 die Scala nach Plänen von Giuseppe Piermarini. 1762-65 restaurierten sie die Kuppel von S. Ambrogio. In der lombard. Region realisierten sie zudem zahlreiche Ingenieurwerke (öffentl. Strassen, Brücken, den Schifffahrtskanal von Paderno nach Porto und andere Wasserbauarbeiten). Darüber hinaus war F. als Händler, v.a. von Wein, sowie als Fabrikant und Kaufmann im Textilbereich tätig. Dank solchen Aktivitäten vertieften sich die Beziehungen zu den Mailänder Kaufleuten.

Quellen und Literatur

  • A. Crivelli, Artisti ticinesi in Italia, 1971, 106
  • S. Bobbi: La Milano dei F. Appalti e opere pubbliche nel Settecento, 2006
  • S. Bobbi: "Una grande dinastia di appaltori luganesi. I F. e le opere pubbliche nella Milano del Settecento", in: BSSI, 2007, 11-42.