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Jean-RobertChouet

Porträt, um 1715. Undatiertes Ölgemälde von Robert Gardelle (Bibliothèque de Genève).
Porträt, um 1715. Undatiertes Ölgemälde von Robert Gardelle (Bibliothèque de Genève).

30.9.1642 Genf, 17.9.1731 Genf, ref., von Genf. Sohn des Pierre, Druckers und Verlegers, und der Renée Tronchin. 1) Marie Favre, Tochter des Jean-Jacques, Genfer Säckelmeisters, 2) Suzanne Rigot, Tochter des Ami, Ratsmitglieds, Witwe des Louis Mallet, Tuchhändlers und Mitglieds des Rats der Zweihundert. 1658-61 besuchte C. die Akad. Genf, wo er 1659 in Physik promovierte. 1661-62 studierte er die kartesian. Philosophie in Nîmes, 1662-64 Theologie in Genf. 1664-69 war er Prof. der Philosophie in Saumur, 1669-86 in Genf, 1679-81 Rektor der Akademie. Er führte in Genf die kartesian. Untersuchungsmethode ein und wurde durch seinen klar strukturierten Unterricht berühmt. C. experimentierte und publizierte zur Wirkung des Viperngifts, über die höhenabhängige Schwankung des Luftdrucks, über den Siphon und den Magnetismus. 1677 wurde er Mitglied des Rats der Zweihundert, 1686 des Rats der Fünfundzwanzig. 1689-98 war er Staatsschreiber und Archivvorsteher, 1699, 1703 und 1707 Syndic, 1711, 1715 und 1719 Erster Syndic, 1701-27 Schulvorsteher. Er reformierte die Akademie, führte den Senat und neue Lehrfächer ein, v.a. in Mathematik und Physik, und baute das geisteswissenschaftl. Stud. aus. Ab 1703 trug er dazu bei, die Öffentl. Bibliothek besser auszustatten und allen Benützern zu öffnen. Auch ordnete er das Staatsarchiv. Gesandtschaften führten ihn zu den Regierungen von Bern und Zürich, zum franz. Botschafter in Solothurn, zum franz. Residenten in Genf sowie an den Hof von Viktor Amadeus II. von Savoyen, damals Kg. von Sizilien. In Genf trat C. insbesondere durch seine Rede von 1707 hervor, in welcher er zwar die Souveränität der im Generalrat vereinten Bürger anerkannte, jedoch darlegte, dass es für sie geboten sei, sich durch gewählte Räte in der Ausübung der öffentl. Gewalt vertreten zu lassen.

Quellen und Literatur

  • Réponses aux questions de Milord Townsend sur l'hist. et le gouvernement de Genève, 1696
  • Livre du Recteur 2, 506, (mit Werk- und Literaturverz.)
  • M. Heyd, «Tradition et innovation», in BHG 15, 1973, 125-153
  • W.-A. Liebeskind, «Le discours du syndic Chouet sur la nature du gouvernement de Genève», in Institutions politiques et traditions nationales, 1973, 187-196
  • M. Marcacci, Histoire de l'Université de Genève 1559-1986, 1987
  • C. Santschi, La formation des archives de la République de Genève, 1994
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