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JoachimEichhorn

1518 Wil (SG), 16.6.1569 Einsiedeln, von Wil. Sohn des Heinrich, von Amlikon. Bruder des Peter (->). Die erste Bildung erhielt E. im Kloster Einsiedeln. 1536 legte er die Profess ab. Zur weiteren Ausbildung, jedoch ohne eigentliche humanist. Vertiefung, wurde E. in ein süddt. Kloster (Hirsau oder Ochsenhausen) geschickt. 1541 empfing er die Priesterweihe. 1544 erfolgte seine Wahl zum Abt von Einsiedeln; gleichzeitig wurden die Richtlinien seiner Amtsführung mit den Schwyzer Schirmherren abgesprochen. Papst Paul III. bestätigte die Wahl noch im selben Jahr. 1546 verlieh Ks. Karl V. dem Abt als geistl. Reichsfürsten die Regalien und bestätigte die Privilegien des Klosters.

De purgatorio. Ausschnitt der ersten Seite der Handschrift von 1562 (Stiftsbibliothek Einsiedeln, Cod. 66[599]).
De purgatorio. Ausschnitt der ersten Seite der Handschrift von 1562 (Stiftsbibliothek Einsiedeln, Cod. 66[599]). […]

Wegen der konsequenten Fortsetzung der von seinem Vorgänger, Ludwig Blarer, begonnenen inneren und äusseren Reformen der Abtei gilt E. als zweiter Gründer des Klosters. Dank umsichtiger Haushaltsführung und seinem Beharren auf den grundherrl. Ansprüchen gelang es ihm, die Finanzen zu ordnen und die Klosterschulden zu tilgen. Ausdruck seines klugen Wirtschaftens war auch eine rege Bautätigkeit: Einbau einer grossen Orgel im oberen Münster, Netzgewölbe im Hauptschiff des unteren Münsters, mehrere Neubauten. Die innere Erneuerung schlug sich in der steigenden Zahl der Konventualen nieder. E. förderte beispielhaft das monast. Leben (Ausbildung der Mönche, Abschliessung der Klausur) und erhöhte die liturg. Präsenz des Konvents (dank einer Stiftung ab 1547 tägl. Salve Regina in der Gnadenkapelle). 1555 wurde er als Visitator des 1549 gegr. Benediktinerinnenklosters Münsterlingen eingesetzt. Die Vertreter der kath. Geistlichkeit der Eidgenossenschaft wählten ihn 1562 zu ihrem Abgeordneten auf dem Konzil von Trient. E.s Teilnahme beschränkte sich krankheitshalber auf wenige Monate. Die damals behandelte Frage nach der bischöfl. Residenzpflicht stellte er in seinem schriftl. Votum als grundsätzlich notwendig dar. Zusammen mit dem St. Galler Abt Diethelm Blarer von Wartensee war er bestrebt, die Realisierung der Konzilsbeschlüsse nach Kräften zu fördern. Die Bemühungen von Schwyz und Einsiedeln (1559-65) zur Errichtung eines eigenen Bistums scheiterten am Widerstand des Bf. von Konstanz.

Quellen und Literatur

  • De purgatorio, 1562
  • HS III/1, 572 f.
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