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Hauspflege

Bis ins 19. Jh. war die H. hauptsächlich Aufgabe der Fam. oder der v.a. im SpätMA im Krankendienst wirkenden Beginen (Beginen und Begarden). Mit der Veränderung der Familienstrukturen wurden diese Formen der Krankenbetreuung durch zunehmende Hospitalisierung (Spital) und Gemeindekrankenpflege (Pflegepersonal) abgelöst.

Im 19. Jh. kümmerten sich um die H. vorerst die evang.-ref. Diakonissen, auf kath. Seite u.a. die Kongregationen der Menzinger, der Ingenbohler oder der Spitalschwestern. In der 2. Hälfte des 19. Jh. führte der Mangel an Ordensschwestern in der Gemeinde- und Privatkrankenpflege zu vermehrtem Einsatz von Laienpflegerinnen, die ihre Ausbildung in den neu gegr. Krankenpflegeschulen erhielten (Ecole normale évangélique de gardes-malades indépendantes de La Source 1859 in Lausanne, Pflegerinnenschulen 1899 in Bern und 1901 in Zürich). Ab 1900 liess der Krankenpflegeverband des bern. Ausschusses für kirchl. Liebestätigkeit Gemeindepflegerinnen ausbilden, ab 1910 der Verein für Kranken- und Wochenpflege im Kt. Zug. Ab 1902 bildete Julian Stockmann in Sarnen Hauskrankenpflegerinnen aus (Sarner Schwestern), und ab 1909 widmete sich der St.-Anna-Verein in Luzern speziell der Wöchnerinnenpflege. Der Einsatz wurde meist von Frauenvereinen auf Pfarrei- oder Gemeindeebene getragen (H.-, Krankenpflege-, Elisabethen-, Vinzenz-, versch. Unterstützungsvereine ab der 1. Hälfte des 19. Jh., Schweizerischer Gemeinnütziger Frauenverein). Unterstützt wurde die H. ab ca. 1880 durch Samaritervereine (Samariter) und das Rote Kreuz. Im 1. Weltkrieg nahm die H. einen grossen Aufschwung. Infolge steigender Gesundheitskosten wurde sie ab den 1980er Jahren weiter ausgebaut (Spitex).

Quellen und Literatur

  • H. Messmer, Die Wöchnerinnenpflege und der St. Anna-Verein bis 1918, Liz. Freiburg, 1980
  • B. Mesmer, Ausgeklammert ― Eingeklammert, 1988
  • A. Fritschi, Schwesterntum, 1990
  • Peu lire, beaucoup voir, beaucoup faire, hg. von F. Walter, 1993
  • U.F.A. Heim, Leben für andere, 1998