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SamuelEngel

Porträt Samuel Engel. Radierung nach einer Zeichnung von Balthasar Anton Dunker, 1776 (Burgerbibliothek Bern, Mss.Mül.Gr.A.262).
Porträt Samuel Engel. Radierung nach einer Zeichnung von Balthasar Anton Dunker, 1776 (Burgerbibliothek Bern, Mss.Mül.Gr.A.262). […]

2.12.1702 Bern, 26.3.1784 Bern, reformiert, von Bern. Sohn des Burkhard, Landvogts von Frienisberg, und der Rosina Fischer, aus altem Ratsgeschlecht. Susanna Rosina Fischer, Tochter des Johann Friedrich, Landvogts in Saanen. Samuel Engel besuchte bis 1716 die Untere Schule, 1718-1722 die Hohe Schule in Bern und absolvierte 1726 das Notariatsexamen. Seine Magistratenkarriere begann er in der Waisenschreiberei, 1724-1727 als Gehilfe, ab 1727 als Schreiber. 1736-1748 amtierte er als Oberbibliothekar und wirkte als eigentlicher Bahnbrecher für eine moderne Stadtbibliothek (u.a. alphabetischer Katalog, Zusatzkredite für Bücherbeschaffung, Publikationen zur Altersbestimmung mittels Papier- und Wasserzeichen, 1746 erstmalige Herausgabe von Petrus von Ebulos «Carmen de Motibus Siculis»). 1745 wurde Engel in den Berner Grossen Rat gewählt. 1748-1754 sass er als Landvogt in Aarberg, 1760-1765 in Echallens. Engel gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der patriotischen Ökonomen: Mitinitiant und erster Präsident der Ökonomischen Gesellschaft Bern, Ehrenmitglied der Naturforschenden Gesellschaft Zürich. Er verfasste bedeutende Abhandlungen, unter anderem zur Agronomie (Futterkräuter, Pflanzenphysiologie, Ackerbau), zur Getreideversorgung (Lagerung, Kornhäusersystem, Frage der Handelsfreiheit) und zur Behebung des Holzmangels (Forstwirtschaft, Holzsparstrategien). Schliesslich leistete er auch in seiner praktischen Tätigkeit als Landvogt und Gutsbesitzer Pionierarbeit (Versuchsfelder, Einführung der Kartoffel, Aufforstung, Torfabbau). Zu internationalem Ruf gelangte Engel durch geografische Abhandlungen zur Möglichkeit einer nördlichen Durchfahrt vom Atlantik in den Pazifik (Nordostpassage) und zur Frage der Erstbesiedlung des amerikanischen Kontinents. Unter seinen Freunden und/oder Korrespondenten finden sich Fortunato Bartolomeo de Felice, Johannes Gessner, Isaak Iselin, Gabriel Seigneux de Correvon, Johann Rudolf Sinner von Ballaigues, Théodor Tronchin, Niklaus Emanuel und Vinzenz Bernhard Tscharner, Johann Rudolf Tschiffeli und Ludwig Eugen von Württemberg. Die grösste Korrespondenz unterhielt Engel mit seinem Vetter und engen Freund Albrecht von Haller.

Quellen und Literatur

  • BBB, Nachlass
  • P. Pulver, Samuel Engel, 1937
  • M. Stuber, "Wir halten eine fette Mahlzeit, denn mit dem Ei verzehren wir die Henne", 1997
  • T. Klöti, «Der Berner Beitr. zur Entdeckung der Nordostpassage - Geogr. Grillen oder die Hirngespinste müssiger und eingebildeter Stubengelehrter?», in Der Weltensammler, hg. von T. Klöti et al., Ausstellungskat. Bern, 1998, 39-43
  • M. Stuber, «Forschungsreisen im Studierzimmer. Zur Rezeption der Grossen Nord. Expedition (1733-43) bei Albrecht von Haller und Samuel Engel», in Gesnerus 57, 2000, 168-181
Weblinks
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VIAF

Zitiervorschlag

Martin Stuber: "Engel, Samuel", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 07.09.2021. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/025891/2021-09-07/, konsultiert am 08.08.2022.