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Karl JosephRingold

Ölporträt von Karl Joseph Ringold, entstanden nach 1815 und aufbewahrt in der Sakristei der Pfarrkirche St. Martin in Altdorf (UR) © Foto Aschwanden AG, Altdorf.
Ölporträt von Karl Joseph Ringold, entstanden nach 1815 und aufbewahrt in der Sakristei der Pfarrkirche St. Martin in Altdorf (UR) © Foto Aschwanden AG, Altdorf. […]

25.8.1737 Altdorf (UR), 16.6.1815 Altdorf, katholisch, von Altdorf. Sohn des Karl Franz, Schulmeisters, und der Maria Ursula Appollonia Lauener. Neffe des Sebastian Anton (->). Lateinschule Altdorf, Klosterschule Muri, Theologiestudium am Collegium Helveticum in Mailand, 1761 Priesterweihe. 1761-1766 Kaplan der Straumeyer'schen Familienpfrund in Altdorf, 1766-1779 Pfarrer in Attinghausen, 1779-1793 in Sarmenstorf und 1793-1804 in Altdorf, 1793-1801 bischöflicher Kommissar in Uri, 1804-1805 Pfarrer in Bauen, Aufenthalt im Kloster Seedorf, ab 1808 Kaplan bei den Kapuzinerinnen in Altdorf. Karl Joseph Ringold pflegte in Attinghausen erste Kontakte mit Vertretern der schweizerischen katholischen Aufklärung, unter anderem Joseph Anton Felix von Balthasar und Johann Rudolf Schinz. In Sarmenstorf erwarb Ringold den Ruf eines gebildeten, aufgeklärten und reformfreudigen Geistlichen. In der Liturgie führte er den deutschen Messgesang und reformierte Bibellieder ein und förderte die Lektüre des Neuen Testaments in der Muttersprache. Er pflegte die konfessionelle Toleranz und den Dialog mit reformierten Geistlichen und Gelehrten, vor allem mit Antistes Johann Jakob Hess in Zürich. Wichtige Beziehungen entstanden auch durch seine Mitgliedschaft in der Helvetischen Gesellschaft ab 1782. Ringold spielte eine wichtige Rolle als Mittels- und Gewährsmann für private Hilfsaktionen, die 1798 für Nidwalden sowie nach dem Brand von Altdorf 1799 und den Kriegszügen der Franzosen und Russen im Land Uri vor allem von reformierten Kreisen in Zürich und Basel durchgeführt wurden. Nach heftigen Konflikten mit Vertretern der helvetischen Behörden und der Intervention des Bischofs von Konstanz trat Ringold 1801 als bischöflicher Kommissar zurück. Obwohl Ringold sich zeitweise kritisch über Jesuiten und Klöster äusserte und den Reformen Kaiser Josephs II. zustimmte, lehnte er staatskirchliche Eingriffe ab. In späteren Jahren nahm er, geprägt von negativen Erfahrungen in der Helvetik, eine restaurative Haltung ein.

Quellen und Literatur

  • S. Röllin, «Pfarrer Karl Joseph Ringold (1737-1815)», in Gfr. 137, 1984, 5-330
  • HS I/2, 723 f.
Weblinks
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 25.8.1737 ✝︎ 16.6.1815

Zitiervorschlag

Stefan Röllin: "Ringold, Karl Joseph", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 09.11.2010. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/026124/2010-11-09/, konsultiert am 06.12.2023.