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MichaelZingg

30.9.1599 Glarus, Juli 1676 Möriken-Wildegg, ref., von Glarus. Sohn des Hans, Schneiders, und der Elsbeth Biedermann. 1) 1625/26 Barbara Bäldi, 2) 1630 Elisabeth Scheitlin, Tochter des Othmar, Pfarrers, 3) 1636 Martha Fels, Tochter des Elias, Buchhalters. Ab 1615 Stud. am Carolinum in Zürich, 1623 Ordination. 1626 Pfarrer in Sax-Frümsen (Gem. Sennwald), 1630 Rechenlehrer und Prediger in St. Gallen. 1638 Diakon in Bülach, 1640 Pfarrer in Fischenthal, 1650 in Altstetten (heute Gem. Zürich) und Prof. der Mathematik am Collegium humanitatis. 1653 Pfarrer zu St. Jakob an der Sihl. Z. beschäftigte sich mit naturwissenschaftl. Experimenten und Astronomie und vertrat nonkonformistische theol. Ansichten. 1634 musste er in St. Gallen der Orthodoxie widersprechende Äusserungen über die Menschwerdung Christi abschwören. 1648 schenkte ihm Zürich für seine astronom. Uhr (heute im Landesmuseum) sowie seine übrigen wissenschaftl. Verdienste das Bürgerrecht. Weil er die Prädestinationslehre ablehnte, wurde Z. 1661 unter Anklage gestellt. Er flüchtete aus Zürich und lebte zunächst in der Gegend von Weil am Rhein und ab 1673 in Möriken im Exil.

Quellen und Literatur

  • R. Wolf, Biogr. zur Kulturgesch. der Schweiz, 3, 1860, 79-92
  • O. Pfister, «Michael Z. (1599-1676), eine Lichtgestalt in dunkler Zeit», in Zwingliana 8, 1944, 7-24
  • U.B. Leu, «Chiliasten und myst. Spiritualisten des 17. Jh. in Zürich», in Gegen den Strom, hg. von J.J. Seidel, 2011, 39-77, v.a. 60-77
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Zitiervorschlag

Marti-Weissenbach, Karin: "Zingg, Michael", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 18.11.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/026293/2014-11-18/, konsultiert am 01.12.2020.