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Joseph-Nicolas deMontenach

25.2.1709 Freiburg, 5.5.1782 Freiburg, kath., von Freiburg. Sohn des Béat Nicolas, Mitglieds des Kl. Rats, und der Anne Marie Carmintran. 1730 Subdiakon des Kapitels St. Niklaus, 1732 Priesterweihe in Freiburg. 1737-39 Prior in Broc, Assessor der Bischofskurie von Freiburg, 1758 Ernennung zum Bf. von Lausanne, 1759 Bischofsweihe in Pruntrut. M. und der Nuntius Niccolò Oddi versuchten 1763 erfolglos, eine der beiden Kartausen des Kt. Freiburg aufzuheben, um den Besitz der Kirche - v.a. das Bischofsgut - zu mehren. Immerhin erhielt M. 1778 einen Teil der Einnahmen der Kartause La Valsainte. Als er Oddis Vorhaben unterstützte, die päpstl. Einwilligung zur Aufwertung der Stiftskirche St. Niklaus von Freiburg zur Kathedrale zu erhalten, stiess er erneut auf Widerstand in Rom. 1773 weihte M. die solothurn. Stiftskirche St. Ursen ein und gab nach der Aufhebung des Jesuitenordens im selben Jahr dem Kollegium St. Michael in Freiburg ein neues Reglement. 1777 erliess er die neuen Statuten des Kapitels St. Niklaus. Um die kirchl. Disziplin zu stärken, arbeitete M. eng mit der Freiburger Regierung zusammen, in der viele Verwandte von ihm sassen. Seiner Diözese stattete er drei Pastoralvisiten ab und verfasste jedes Mal detaillierte Erlasse, die den Klerus an dessen Pflicht mahnten, die Pfarrschulen zu besuchen und die Verbreitung "schlechter Lektüre" zu verhindern. Er bekämpfte die Volksbräuche im Zusammenhang mit der Heiligenverehrung und reichte 1780 auf Wunsch der Regierung in Rom eine Bittschrift um Reduktion der Feiertage ein. Diese Massnahmen förderten den Ausbruch des Chenaux-Handels 1781. M. verurteilte die Unruhen aufs Schärfste, desgleichen die religiöse Verehrung von Pierre-Nicolas Chenaux nach dessen Tod. M. gilt als Vertreter eines aufgeklärten und moderaten Katholizismus.

Quellen und Literatur

  • HS I/4, 163-165
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Lebensdaten ≈︎ 25.2.1709 ✝︎ 5.5.1782