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GiuseppeVanelli

um 1736 Grancia, 29.4.1799 Lugano, Friedhof des Spitals Santa Maria in Lugano, katholisch, von Grancia. Sohn des Giovanni Maria, Notars. Giuseppe Vanelli, der vermutlich in lombardischen Seminarien zum Priester ausgebildet wurde, war 1761-1770 Pfarrer von Grancia. Auch nachdem er die Seelsorge aufgegeben hatte, nannte er sich weiterhin Priester. Schon nach 1760 tauchte der literarisch gebildete Vanelli im Umkreis der Druckerei Agnelli auf. Für diese wirkte er beinahe 40 Jahre, zunächst als Übersetzer aus dem Französischen. Dann druckte und verbreitete er Werke jansenistischer Autoren, die gegen die Jesuiten gerichtet waren. In Anthologien von Lobgedichten, die nach den Gepflogenheiten der Zeit Landvögten von Lugano gewidmet waren, erschienen auch einige seiner Sonette. Unter dem Anagramm Luigi Alenvil gab er den Almanach "La Scuola di Minerva" (1790-1792) heraus, doch sein Ruhm ist an seine Redaktionstätigkeit für die "Nuove di diverse corti e paesi" gebunden (auch bekannt unter dem Namen "Gazetta di Lugano"), deren Leitung er 1788 übernahm. Als Kopf eines Jakobinerklubs, in dem sich vor allem von den demokratischen und liberalen Forderungen begeisterte junge Intellektuelle trafen, gab er dem europäischen Revolutionsgeschehen in der "Gazzetta di Lugano" breiten Raum. Daher galt er als revolutionärer Jakobiner und Cisalpiner und musste schon im Februar 1798 nach Como fliehen. Bei den antifranzösischen Unruhen von Lugano wurde Vanelli mit Bartolomeo Papi und Ippolito Castelli am 29. April 1799 von den Aufständischen erschossen.

Quellen und Literatur

  • C. Caldelari, Bibliografia luganese del Settecento, 2002
  • F. Mena, Stamperie ai margini d'Italia, 2003, 73-108
  • I protocolli dei governi provvisori di Lugano 1798-1800, hg. von A. Gili, 2 Bde., 2010
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Zitiervorschlag

Carlo Agliati: "Vanelli, Giuseppe", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.08.2012, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/026488/2012-08-03/, konsultiert am 20.04.2024.