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Maria AnnaBrunner

15.10.1655 Glarus, 28.10.1697 Hermetschwil, katholisch, von Glarus. Tochter des Hans Heinrich, aus Ratsherrenfamilie. Nonne in der Benediktinerinnenabtei Hermetschwil: 1674 Profess, 1688 Wahl als Äbtissin. Zur Verwaltung der klösterlichen Grund- und Gerichtsherrschaft erwarb sich Maria Anna Brunner profunde Kenntnisse des Klosterarchivs, das sie ordnete und registrierte. In vier Folianten (1693, 1695-1697) stellte sie mit historischem Scharfsinn die Rechtslage des Klosters und seines Besitzes dar. Sie modernisierte in nur neun Amtsjahren die Verwaltung des Güterbesitzes, liess den klösterlichen Eigenbetrieb baulich erneuern und äufnete trotz belastenden Baukosten das Klostervermögen. Auf Ansehen und Selbstständigkeit ihrer Abtei bedacht, lehnte sie Eingriffe des Abts von Muri in deren weltliche Leitung ab, was zu Spannungen führte. Profilierteste Äbtissin des 17. Jahrhunderts; in ihren Schriften eine Frau von beachtlichem Verstand und erstaunlichem Freimut.

Quellen und Literatur

  • HS III/1, 1839 f.
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 15.10.1655 ✝︎ 28.10.1697

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Brunner, Maria Anna", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.01.2003. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/026568/2003-01-24/, konsultiert am 03.03.2024.