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Josepha Dominica vonRottenberg

14.10.1676 (Anna Maria Möller) Würzburg, 30.1.1738 Kloster St. Katharinental (Gem. Diessenhofen), kath.; Tochter des (Vorname unbekannt) Möller und der Eva Philippin. Von ihrem Stiefvater Adam Wolfgang von R. adoptiert. 1695 wurde R. im Dominikanerinnenkloster St. Katharinental eingekleidet. 1696 legte sie die Profess ab. Ihre ekstat. Erfahrungen und wundersame Heilung aus schwerer Krankheit zogen die Aufmerksamkeit der Oberen auf sich. Auf deren Befehl diktierte R. einer Mitschwester 1704-05 erstmals ihre Visionen, die 1707 anonym in Einsiedeln unter dem Titel "Himmlischer Ausfluss der Demut [...]" erschienen. Später schrieb R. myst. Traktate, Betrachtungen und Briefe; ihr ungedruckter geistl. Nachlass soll über 34 Bände und 2'408 Hefte umfasst haben. 1712 wurde sie zur Priorin gewählt und in diesem Amt alle drei Jahre bis zu ihrem Tod bestätigt. Im Einklang mit dem Provinzialat der süddt. Ordensprovinz Saxonia nahm sie die innere und äussere Umgestaltung ihres Klosters im Sinne der tridentin. Reform an die Hand. So führte sie eine strenge Klausur, völligen Verzicht auf Fleisch, mitternächtl. Chorgebet, eine gemeinsame Kleiderkammer und alljährl. Exerzitien ein. 1725-28 installierte sie auf Bitte des Fürstabts von St. Gallen auch in den sankt-gall. Klöstern St. Katharina in Wil, St. Maria in Notkersegg und St. Scholastika in Rorschach die tridentin. Reformbestimmungen samt Klausur. In St. Katharinental liess sie 1714-17 neue Konventsgebäude und 1732-35 eine neue Kirche im barocken Stil erbauen, wobei sie sich an den Entwürfen von Johann Michael Beer von Blaichten beteiligte. Grossen Wert legte R. auf die Musikpflege, auf polyphonen Gesang und Instrumentalmusik bei festl. Gottesdiensten. Ihr Priorat gilt als zweite Blütezeit des Klosters St. Katharinental.

Quellen und Literatur

  • KlA Einsiedeln, Rheinauer Archiv, Nachlass
  • HS IV/5, 794-798, 811, 832-834
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Lebensdaten ∗︎ 14.10.1676 ✝︎ 30.1.1738