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Zwiebelnkrieg

Als Zwiebelnkrieg werden die ländlichen Unruhen zwischen 1513 und 1515 im Herrschaftsgebiet der Stadt Luzern bezeichnet, die etwa gleichzeitig mit Erhebungen in Bern (Könizer Aufstand), Solothurn und Zürich stattfanden. Verursacht wurde der Zwiebelnkrieg durch das Unbehagen der Untertanen über die obrigkeitliche Sold- und Pensionenpolitik (Pensionen); in einem weiteren Rahmen ist er als Reaktion gegen die Intensivierung der städtischen Herrschaft zu sehen, die zur Verletzung von altem Herkommen führte.

Auslöser waren Gerüchte, wonach die eidgenössischen Truppen in der Schlacht bei Novara gegen Frankreich am 6. Juni 1513 grosse Verluste erlitten hätten, während gleichzeitig umtriebige Pensionsherren der Stadt Luzern (u.a. Petermann Feer und Hans Ratzenhofer) Söldner für die französische Seite anwerben würden. Mehrere Tausend Aufständische zogen vor die Stadt und belagerten sie während drei Tagen (4.-6. Juli 1513). Dabei wurden die städtischen Vorgärten verwüstet, was den Unruhen den Namen Zwiebelnkrieg eintrug. Die in Verhandlungen der Stadt abgerungenen herrschaftlichen, fiskalischen und bündnispolitischen Konzessionen führten zum Abbruch der Belagerung und zu einer Beruhigung der Lage. Dennoch flackerten auf dem Land die Unruhen sporadisch wieder auf. Die Unruhen endeten im Januar 1515 mit der Gefangennahme von über 50 Aufständischen, der Hinrichtung des Anführers Hans Heid und der Flucht Rudolf Mettenbergs, der 1516 ebenfalls als Anführer hingerichtet wurde.

Quellen und Literatur

  • K. Messmer, P. Hoppe, Luzerner Patriziat, 1976, 70, 88
  • P. Spettig, Der Zwiebelnkrieg, Liz. Zürich, 1994
Weblinks

Zitiervorschlag

Peter Spettig: "Zwiebelnkrieg", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.03.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/026883/2014-03-03/, konsultiert am 25.04.2024.