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Annuntiatinnen

Der 1604 in Genua gegründete Orden der «Himmelblauen» Annuntiatinnen lebte nach der Augustinerregel; Niederlassungen bestanden in Italien, Frankreich und Deutschland. Die Annuntiatinnen von Haguenau (Elsass) flohen 1632 nach Pruntrut und brachten eine Marienstatue mit, die heute in der Kirche Saint-Pierre aufbewahrt wird. 1647 gründeten sie in Pruntrut einen Konvent. 1655-1666 wurde das Kloster gebaut, 1669-1670 die Kirche. Die Nonnen unterstanden der Klausur und widmeten sich neben dem Chorgebet der Fertigung von liturgischen Gewändern und Devotionalien. Der Konvent bezog zudem Einkünfte aus seinen Gütern. Als er 1793 aufgehoben wurde, kehrten die Annuntiatinnen zu ihren Familien zurück oder flohen in andere Klöster des Ordens bzw. nach Altishofen und später nach Eiken. Die Klostergüter wurden als französisches Nationalgut verkauft, die Klostergebäude in ein Zuchthaus umgewandelt und im 19. Jahrhundert abgerissen.

Quellen und Literatur

  • X. Kohler, «Les Annonciades de Porrentruy», in Annuaire jurassien, 1872, 113-168
  • L. Vautrey, Le monastère des révérendes mères annonciades de Porrentruy, 1872
Weblinks

Zitiervorschlag

Noirjean, François: "Annuntiatinnen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 15.03.1999, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/027042/1999-03-15/, konsultiert am 03.08.2021.