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JakobTuggener

7.2.1904 Zürich, 29.4.1988 Zürich, reformiert, von Zürich. Sohn des Jakob Arnold, Lithografen, und der Anna Barbara geborene Sennhauser. 1) 1940 Marie Gassler, Hortnerin, 2) 1950 Margrit Aschwanden, Fotografin, Tochter des Michael Aschwanden, 3) 1971 Maria Euphemia Baumgartner, Heilpädagogin. Schwager des Richard Aschwanden. Nach zehnjähriger Tätigkeit als Maschinenzeichner in Zürich studierte Jakob Tuggener 1930-1931 in Berlin Typografie, grafische Gestaltung, Zeichnen und Film. Das Handwerk der Fotografie eignete er sich autodidaktisch an. Nach 1932 machte er sich selbstständig und arbeitete vorwiegend als Industriefotograf. Bis 1951 entstanden zahlreiche Jubiläumsbücher für Firmen wie die Maschinenfabrik Oerlikon oder Bühler in Uzwil. Neben Auftragsarbeiten verfolgte Tuggener zunehmend persönliche Projekte. So entstanden im Verlauf eines halben Jahrhunderts über achtzig Maquetten für Fotobände. Diese Originalfotobücher, ohne Text und ohne Bildlegenden, zeigen die Bandbreite von Tuggeners Interessenbereichen: Technik und Industrie ("Fabrik" 1943), die Bälle der Haute Volée ("Ballnächte 1934-1950" 2005), Landschaften der Schweiz ("Zürcher Oberland" 1956), Häfen, Karneval, Städten und das Landleben sowie der Aktivdienst. Tuggener war auch als Maler tätig. Zudem produzierte er zwischen 1937 und 1970 neben Auftragsfilmen für die Industrie zahlreiche selbst finanzierte Filme, anfänglich in Zusammenarbeit mit Max Wydler. 1951 gründete Tuggener mit anderen Fotografen das Kollegium Schweizerischer Photographen, das sich für eine qualitativ hochstehende Autorenfotografie und die Wahrnehmung der Fotografie als Kunstform einsetzte. In den 1950er Jahren war Tuggener ein wichtiger Vertreter der internationalen fotografischen Avantgarde. In Abgrenzung zum illustrativen Abbilden setzte er auf die suggestive Eigenwirkung des Bildes und entwickelte dabei eine expressiv-poetische, von starken Kontrasten und dynamischen Kompositionen geprägte Bildsprache.

Quellen und Literatur

  • Teilnachlässe in: Fotostiftung Schweiz, Winterthur, Jakob-Tuggener-Stiftung, Uster
  • M. Gasser, Jakob Tuggener, Ausstellungskat. Zürich, 2000
  • M. Schellenberg, Jakob Tuggener, 2007
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 7.2.1904 ✝︎ 29.4.1988

Zitiervorschlag

Georg Sütterlin: "Tuggener, Jakob", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 29.11.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/027235/2012-11-29/, konsultiert am 13.06.2024.