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PierreFatio

7.11.1662 Genf, 6.9.1707 Genf, ref., von Genf. Sohn des François (->). 1694 Elisabeth Chouet, Tochter des Léonard, Generalschatzmeisters und Ratsherrn. 1679 und 1685 an der Univ. Basel immatrikuliert, 1686 Dr. iur.; F. studierte auch in Genf, Valence, Montpellier und Leiden. Wieder in Genf, machte er sich einen Namen als Anwalt und durchlief die übliche Laufbahn der jungen Patrizier, die zu den hohen Ämtern der Republik aufsteigen wollten. 1688 Wahl in den Rat der Zweihundert, versch. Verwaltungsämter, 1691 Kastlan des Priorats Saint-Victor und des Kapitels, 1696 Auditor, 1700 Kastlan von Peney. Seine unabhängige und nonkonformist. Haltung brachte die machthabende Aristokratie gegen ihn auf. 1705 wurde seine Kandidatur für den Kl. Rat zugunsten seines Bruders Jacques-François übergangen, obwohl dieser viel weniger Erfahrung in den Staatsgeschäften hatte. F. machte sich daraufhin zum Wortführer und Verteidiger der Bürgerschaft, die mit dem Patriziat im Streit lag. Dieses betrachtete F. von nun an als Verräter. Während der Wirren von 1707 schlug F. mehrere Reformen vor, etwa die jährl. Zusammenkunft eines beratenden Generalrats. Er wurde jedoch von den einflussreichen Kreisen seiner eigenen Partei im Stich gelassen, für die seine Haltung zu extrem war. Unter dem Vorwand, er habe an einer Verschwörung zum Sturz der Regierung teilgenommen, wurde F. vom Kl. Rat zum Tode verurteilt und im Hofe des Gefängnisses der Evêché füsiliert.

Quellen und Literatur

  • A. Corbaz, Pierre F., 1913
  • Livre du Recteur 3, 276 f.
  • M. Lahmer, «Prolégomènes à Jean-Jacques Rousseau», in Revue française d'histoire des idées politiques, Nr. 15, 2002, 17-44, 135-182 (mit der Rede F.s von 1707)
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Lebensdaten ∗︎ 7.11.1662 ✝︎ 6.9.1707