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Trattrecht

Das Recht, Vieh nach der Getreide- oder Grasernte auf fremde Güter zur Weide (mittelhochdt. tratt) zu treiben: zur Brach- und Stoppelweide auf die Äcker und zur Herbst-, manchmal auch zur Frühlingsweide auf die Wiesen (franz. vaine pâture, ital. diritto di libero pascolo). Bis zur Agrarmodernisierung im 18. und 19. Jh. war dieses Nutzungsrecht unter versch. Bezeichnungen in den meisten Regionen verbreitet. In den dt. Quellen wird das T. oft zusammen mit den Weg- und Überfahrtsrechten alliterativ als tritt und tratt oder trieb und tratt aufgeführt. In Graubünden hat sich das T., hier Gemeinatzung genannt (ital. compascolo), für das Kleinvieh z.T. bis in die jüngste Zeit erhalten.

Quellen und Literatur

  • Idiotikon 6, 305
  • J.M. Curschellas, Die Gemeinatzung, 1926