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Emmer

E. (Triticum dicoccum Schrank) gehört botanisch zur Gattung Triticum (Weizen). Er ist eine der ältesten kultivierten Getreidearten. Wie Einkorn und Dinkel ist E. ein Spelzweizen, d.h. zur Befreiung der Körner aus den Spelzen braucht es nach dem Dreschen eine weitere Behandlung, z.B. das Mörsern (mittelhochdt. und Dialekt: Rellen, Rännlen). Das Ährchen (Vesen) enthält zwei Blüten bzw. Früchte. Angebaut wird E. im Allgemeinen als Sommerfrucht; gesät werden die Vesen. Das Korn des E. ist sehr kleberreich und dient v.a. der Herstellung von Brot und Brei. Die frühesten Funde von E. datieren in das 9. und 8. Jt. v.Chr. und stammen aus dem Nahen Osten ("Fruchtbarer Halbmond"). In der ältesten Ackerbaukultur Mitteleuropas (Bandkeramik) war E. neben Einkorn die wichtigste Weizenart. In der Schweiz taucht E. ebenfalls im Neolithikum auf: Früheste Funde datieren in die Egolzwiler Kultur (um 4300 v.Chr.). In der Horgener Kultur kam E. häufiger vor, und z.Z. der Schnurkeramik war er die dominante Weizenart. Dies gilt auch noch für die frühe und mittlere Bronzezeit. Ab der Spätbronzezeit (um 1000 v.Chr.) wurde E., besonders in den Ufersiedlungen, zunehmend von Dinkel verdrängt. Seither kommt er in allen Epochen zwar vor, doch kaum als dominante Weizenart. Auch im MA stand der E. klar im Schatten des Dinkels. In der Schweiz wird sein Anbau neuerdings durch Institutionen zur Erhaltung alter Kulturpflanzen (z.B. Pro Specie Rara und Bergheimat) wieder gefördert.

Quellen und Literatur

  • U. Körber-Grohne, Nutzpflanzen in Deutschland, 1987
  • S. Jacomet et al., Archäobotanik am Zürichsee, 1989
  • M. Rösch et al., «The History of Cereals in the Region of the Former Duchy of Swabia from the Roman to the Post-medieval Period», in Vegetation History and Archaeobotany 1, 1992, 193-231
  • D. Zohary, M. Hopf, Domestication of Plants in the Old World, 1994, (32000)