de fr it

Hirse

Zur varietätenreichen H. gehören in Europa zwei ost- bzw. zentralasiat. Gattungen, die Rispen- (Panicum) bzw. Kolbenhirse (Setaria italica, dt. Fennich, schweizerdt. Mundart Fench). Sie sind im schweiz. Raum ab der späten Bronzezeit (ab 1200 v.Chr. ) archäologisch belegt, v.a. in Ufersiedlungen des Alpenvorlandes. Die anspruchslose, dürreresistente Sommerfrucht mit kurzer Vegetationszeit gedeiht sowohl auf sandigen Böden als auch auf Moorland (Getreidebau). Reich an Kohlenhydraten, Eiweiss und Fetten wurde sie meistens als Brei (schweizerdt. Mundart Mues) gegessen, der als schmackhafte Alltags- und Festspeise im MA und in der Frühneuzeit galt. Die Bedeutung der H. ging im 17. und 18. Jh. zurück. Sie wurde dann von der Kartoffel als einträglichere Kulturpflanze und beliebte Volksnahrung verdrängt. Erst in der Anbauschlacht während des 2. Weltkriegs schenkte man der H. als Reisersatz (schweizerdt. Mundart Hirsotto) wieder Beachtung. Im Zug der Reformkost bzw. Rückbesinnung auf ursprüngl. Getreidesorten kommt sie heute wieder auf. Ihr Anbau bleibt aber gering und wird statistisch nicht erhoben.

Quellen und Literatur

  • S. Jacomet, S. Karg, «Ackerbau und Umwelt der Seeufersiedlungen Zug-Sumpf im Rahmen der mitteleurop. Spätbronzezeit», in Die spätbronzezeitl. Seeufersiedlungen von Zug-Sumpf 1, 1996, 199-303
  • D. Zohary, M. Hopf, Domestication of Plants in the Old World, 32000, 83-88