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Fortunato Bartolomeo deFelice

24.8.1723 Rom, 13.2.1789 Yverdon, katholisch, dann reformiert, Italiener, 1769 in Yverdon eingebürgert. 1) 1759 Susanne Wavre, von Neuenburg, 2) 1769 Louise Marie Perrelet, 3) 1774 Jeanne Salomé Sinet. Fortunato Bartolomeo de Felice studierte in Rom und in Brescia. 1743 Aufnahme in den Orden der Franziskanerobservanten, 1746 Priesterweihe und Professur für Philosophie in Rom, 1753 für Experimentalphysik und Mathematik in Neapel. In eine Sittlichkeitsaffäre verwickelt, flüchtete er im Sommer 1757 nach Bern. 1758 schwor er dem Katholizismus ab. Im selben Jahr gründete er mit Vinzenz Bernhard Tscharner die Typographische Gesellschaft Bern und lancierte 1758 zwei literarische Zeitschriften, eine italienischsprachige (bis 1762) und eine lateinische (bis 1766). Unter der Ägide Tscharners siedelte de Felice 1762 nach Yverdon über, eröffnete ein Erziehungsinstitut und gründete eine Druckerei, die sich rasch zu einer der bedeutendsten der Schweiz entwickelte und es bis zu de Felices Tode blieb. Zu den zahlreichen Werken, die in de Felices Druckerei erschienen, gehören «Les Mémoires de la Société œconomique de Berne» (1763-1772, 24 Bde.), «Le Bacha de Bude» (das Meisterwerk des Landvogts von Yverdon Victor de Gingins Moiry, 1765) sowie französischsprachige oder ins Französische übersetzte Werke von Elie Bertrand, Charles Bonnet, Jean-Jacques Burlamaqui, Albrecht von Haller, Gabriel Seigneux de Correvon, Auguste Tissot und anderen Autoren der Aufklärung. De Felice selbst schrieb ein halbes Dutzend pädagogische, philosophische oder religiöse Werke und leitete die Herausgabe der Encyclopédie d'Yverdon (1770-1780, 58 Bde.; DVD-Rom 2003), einer «christlichen» Umarbeitung der «Encyclopédie» von Paris; er trug selbst zahlreiche Artikel bei, in denen er gegen die sogenannten Philosophen polemisierte, wie er es bereits 1766 in seinen «Etrennes aux désœuvrés» tat. De Felice hat keine persönliche Akten hinterlassen und seine handschriftliche Autobiografie bleibt unauffindbar. Doch sind ziemlich viele Briefe aus seiner Hand erhalten, vor allem an Jean Henri Samuel Formey, Pfarrer in Berlin und Mitglied der dortigen Akademie, an Albrecht von Haller und dessen Sohn Gottlieb Emanuel in Bern, an die Société typographique de Neuchâtel sowie an einige italienische Korrespondenten (u.a. Cesare Beccaria, Giovanni Lami, Onorato Caetani und Pietro Verri). De Felices Werk ist bedeutend für die Geschichte der Aufklärung in der Schweiz und ist in neuester Zeit Gegenstand verschiedener Untersuchungen und internationaler Kolloquien geworden.

Quellen und Literatur

  • E. Maccabez, F.B. de Félice, 1723-1789 et son Encyclopédie, 1903
  • J.-P. Perret, Les imprimeries d'Yverdon au XVIIe et XVIIIe s., 1945
  • J.-D. Candaux, «Inventaire de la correspondance active et passive de Fortunato Bartolomeo De Felice», in Ici et ailleurs: le dix-huitième siècle au présent, 1996, 181-210
  • C. Donato, «Fortunato Bartolomeo De Felice e l'edizione di Yverdon dell'Encyclopédie», in Studi settecenteschi 16, 1996, 373-396
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Zitiervorschlag

Jean-Daniel Candaux: "Felice, Fortunato Bartolomeo de", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.04.2011, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/027679/2011-04-20/, konsultiert am 14.04.2024.