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Carlen

Orgelbauerfam. aus Reckingen (VS). Matthäus (1691-1749) soll die Kunst bei Ignaz Biderbost (1675-1742) von Gluringen gelernt haben. Von 16 Orgelbauern aus sechs Generationen können 14 in der Schweiz und zwei nur in den USA nachgewiesen werden. Die C. lebten v.a. im Oberwallis. Sie arbeiteten allein oder gemeinsam, z.T. auch mit den verwandten Orgelbauern der Fam. Walpen aus Reckingen. Die Orgeln sind in der Regel unsigniert und Archivalien selten greifbar. So ist die Zuweisung der Instrumente schwierig. Der Werkkatalog von Gregor (1819-69), nachgeführt vom letzten Orgelbauer der Fam., Heinrich (1885-1957), ist nur bedingt korrekt. Daher sind Neubauten, Umbauten, Reparaturen oder Stimmungen von Orgeln oft nicht genau erkennbar. Orgelwerke und Arbeiten können im ganzen Kt. Wallis, in den Kt. Bern, Uri, Graubünden, Obwalden, Tessin, Freiburg und Jura sowie im nahen Ausland (Novara, Hochsavoyen) festgestellt werden. Bis zum Ende des 19. Jh. hatten die Orgeln der C. nur mechan. Schleifladen in vollständigen Gehäusen. Die hist. Werke waren üblicherweise einmanualig, oft mit angehängtem Pedal. Man trifft stets auf die kurze Oktave, wobei die Töne Cis, Dis, Fis und Gis fehlen. Klanglich sind diese Instrumente franz. und ital. Vorbildern verpflichtet. 1861 baute Gregor in Törbel die erste mechan. Kegelladenorgel, um 1905 Conrad (1849-1926) in Naters das erste pneumat. Werk. Heinrich kaufte die Orgelteile meistens bei grösseren Firmen ein und installierte die Instrumente unter seinem Namen, hauptsächlich pneumat. Orgeln mit Hauptwerk, Schwellwerk und Pedal sowie freistehendem Spieltisch.

Quellen und Literatur

  • L. Carlen, Gesch. der Fam. C., 1975
  • R. Bruhin, «Das Oberwallis als Orgellandschaft», in Vallesia 36, 1981, 69-147
  • R. Bruhin, Die hist. Chororgel der Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Bürglen (Uri), 1999