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WilhelmKiefer

10.7.1890 Freiburg i.Br., 1979, kath., Deutscher. Sohn des Ernst. Maria Theresia Kessler. K. wuchs teilweise in Basel auf. 1914 Kriegsfreiwilliger, nach 1918 Anschluss an nationalrevolutionäre Kreise. 1933 Übersiedlung mit der Fam. nach Basel. K. arbeitete als Journalist für die National-Zeitung und die Basler Nachrichten und galt zunächst als Gegner der NSDAP. 1938 erhielt er eine Niederlassungsbewilligung. Im selben Jahr wurde ihm - nach einer Loyalitätserklärung - der dt. Pass verlängert, weshalb ihn sozialdemokrat. Flüchtlinge als nazifreundlich attackierten. Das Basler Polizeidep. beantragte 1940 erfolglos beim EJPD seine Ausweisung. Im Zuge der Säuberungen bei Kriegsende wurde K. am 29.5.1945 als unerwünschter Ausländer nach Baden ausgewiesen. Sein Schicksal ist exemplarisch für die zerrissene Identität vieler Deutscher in der Schweiz (drei Söhne dienten in der dt. Wehrmacht, einer weigerte sich und blieb in Basel).

Quellen und Literatur

  • StABS, Fremdenpolizeiakte
  • BHE 1, 363
  • M. Krauss, «Das Europa der Aussenseiter: Friedrich Wilhelm Förster, Wilhelm K. und die Exilzeitung "Europa" (1935/36)», in Der Europadiskurs in den dt. Zs. (1933-1939), hg. von M. Grunewald et al., 1999, 95-116
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 10.7.1890 ✝︎ 1979

Zitiervorschlag

Wichers, Hermann: "Kiefer, Wilhelm", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 02.12.2008. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/028027/2008-12-02/, konsultiert am 27.10.2020.