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JohannesWislicenus

24.6.1835 Kleineichstädt (Sachsen), 5.12.1902 Leipzig, luth., Deutscher und ab 1861 von Zürich. Sohn des Gustav Adolf (->). 1861 Maria Katharina Sattler, Tochter des Wilhelm, aus Schweinfurt (Franken) und später aus den USA. Realschule in Halle, 1853 Abitur. Nach der Verurteilung des Vaters 1853 mit der Fam. in die USA, 1856 nach Zürich. 1853-60 Stud. der Chemie an den Univ. Harvard, Halle und Zürich, dort 1860 Dr. phil. 1860 PD für reine und angewandte Chemie an der Univ. Zürich und am Eidg. Polytechnikum, ab 1861 Lehrer an der Oberen Industrieschule Zürich. 1864 ao. Prof. und Direktor des chem. Laboratoriums, 1867-72 o. Prof. an der Univ. Zürich, 1871-72 o. Prof. für allg. Chemie am Eidg. Polytechnikum. Wegzug aus Zürich, u. a. wegen Anfeindungen aufgrund seiner dt. Herkunft während des Dt.-Franz. Kriegs und seiner freichristl. Überzeugungen, 1872-85 o. Prof. an der Univ. Würzburg (1880-82 Rektor), 1885-1902 o. Prof. an der Univ. Leipzig (1893-94 Rektor). In Zürich arbeitete W. vorwiegend auf den Gebieten der organ. und anorgan. Chemie. Ihm gelang hier z.B. die Aufklärung der Isometrieverhältnisse bei den Milchsäuren. In seiner bekanntesten Arbeit identifizierte er gemeinsam mit Adolf Fick Fette und Kohlenhydrate als Ursprung der Muskelkraft.

Quellen und Literatur

  • E. Beckmann, «Johannes W.», in Ber. der Dt. Chem. Ges. 37, 1905, 4861-4946 (mit Werkverz.)
  • W.H. Perkin, «W. Memorial Lecture», in Journal of the Chemical Society 87, 1905, 501-534
  • 75 Jahre chem. Forsch. an der Univ. Zürich, 1909, 21-26
  • DSB 14, 454 f.
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Lebensdaten ∗︎ 24.6.1835 ✝︎ 5.12.1902