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ElisabethGerter

15.6.1895 Gossau (SG), 28.8.1955 Riehen, ref., von Röthenbach im Emmental. Siebtes von zehn Kindern des Johannes Hartmann, Briefträgers, und der Rosina geb. Luchsinger. 1) 1921 Karl August Müller, Uhrmacher und Dichter (1930 geschieden), 2) 1932 Karl Aegerter. Schulen in Gossau, Nachstickerin, Ausbildung zur Rotkreuzschwester. Anschliessend war G. mehrere Jahre als Pflegerin in Spitälern und Privathaushalten im Ausland und in der Schweiz tätig. Ab 1923 veröffentlichte G. Erzählungen in versch. Zeitschriften, ausserdem war sie als Übersetzerin und Journalistin tätig. Ihr erster Roman "Schwester Lisa" (1934) trägt z.T. autobiograf. Züge, etwa bei der Darstellung einer zur Selbstaufopferung verpflichteten Krankenschwester. Als erster "schweiz. Industrieroman" gilt G.s zweite Publikation "Die Sticker" (1938, Neuaufl. 2003). Darin schildert sie in realist. Weise die Nöte der Fabrik- und Heimarbeiterinnen und -arbeiter in der Ostschweizer Textilindustrie und zeigt gewerkschaftl. Kampfmittel auf. Ab 1928 in der KP, ab 1942 Mitglied der SP Basel, engagierte sich G. für das Frauenstimmrecht. Sie war Mitglied des Schweiz. Schriftstellervereins und des PEN-Clubs sowie Vorstandsmitglied des Basler Schriftstellervereins. Breite Anerkennung als sozialkrit. Autorin wurde G. erst postum zuteil, als ihre Werke in den späten 1970er Jahren neu aufgelegt wurden.

Quellen und Literatur

  • Lex. der Schweizer Literaturen, hg. von P.-O. Walzer, 1991, 151
  • "Viel Köpfe, viel Sinn", hg. von S. Kubli, D. Stump, 1994
  • M. Bosch, Bohème am Bodensee, 1997, 521-526
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Lebensdaten ∗︎ 15.6.1895 ✝︎ 28.8.1955