de fr it

LeoTrotzki

25.10.1879 (bzw. nach gregorianischem Kalender 7.11.1879) Janowka (Russland, heute Bereslawka, Ukraine), 21.8.1940 Coyoacán (Mexiko), israelitisch, Russe. Sohn des Dawid Leontjewitsch Bronstein, wohlhabenden Bauern. Alexandra Lwowna Sokolowskaja. Abgebrochenes Mathematikstudium in Odessa, 1897 Mitgründer des Südrussischen Arbeiterbunds, während der ersten Russischen Revolution 1905 Vorsitzender des St. Petersburger Sowjets. Ab 1908 Exil in London und Wien, 1914 in Zürich. Dort beeinflusste Leo Trotzki einen Teil der Linken in der SP Schweiz massgeblich. Ein wichtiger Kontakt war Leonhard Ragaz, der Trotzkis Broschüre "Der Krieg und die Internationale" lektorierte. Trotzki war 1915 Delegierter an der Konferenz von Zimmerwald und Mitglied der Redaktionskommission des Manifests. Im November 1915 zog er nach Frankreich. Wieder in Russland, trat er 1917 der bolschewistischen Partei bei, führte 1918-1920 die Rote Armee an und war Lenins Mitkämpfer. Er wurde 1923 im russischen Machtkampf ausgeschaltet, 1929 des Landes verwiesen und fand 1937 schliesslich in Mexiko Zuflucht, wo er 1940 im Auftrag Stalins erschlagen wurde. Trotzkis Schweizer Anhänger (Marxistische Aktion der Schweiz) strengten 1937 einen Verleumdungsprozess gegen die in Basel erscheinende kommunistische Presse an, der jedoch an Formalitäten scheiterte.

Quellen und Literatur

  • D. Vogelsanger, Der Trotzkismus in der Schweiz, 1986
  • P. Broué, Trotzki, 2 Bde., 2003 (franz. 1988)
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Variante(n)
Lew Dawidowitsch Bronstein (Geburtsname)
Lebensdaten ∗︎ 7.11.1879 ✝︎ 21.8.1940

Zitiervorschlag

Peter Huber: "Trotzki, Leo", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 05.11.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/028391/2013-11-05/, konsultiert am 21.02.2024.