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GustaveLefrançais

30.1.1826 Angers, 16.5.1901, Franzose. Als laizist. und sozialist. Lehrer wurde L. 1847 abgesetzt und nach 1848 wiederholt verurteilt. Nach dem Staatsstreich von 1851 floh er nach London, wo er ein genossenschaftl. Restaurant gründete. 1853 kehrte er nach Paris zurück, wurde ein beeindruckender Redner, Verfechter des Kollektiveigentums und der wilden Ehe. Während der Belagerung von Paris beteiligte er sich an einer Aufruhr gegen Napoleon III. und sass deswegen vier Monate in Haft. Der am 26.3.1871 zum Mitglied der Kommune gewählte L. nahm an den Kämpfen der sog. Blutwoche teil. Nach deren Niederschlagung floh er nach Genf. Dort gehörte er am 6.9.1871 zu den Mitbegründern der Section de propagande et d'action révolutionnaire-socialiste, die grösstenteils aus franz. Verbannten bestand. 1871 beteiligte er sich an der Schaffung der Fédération jurassienne in Sonvilier und am 15.-16.9.1872 an der Gründung der föderalist. und antiautoritären Internationale in Saint-Imier. L. arbeitete an Zeitungen und Schriften der Bewegung mit. 1887 kehrte er nach Frankreich zurück, wo er sein libertäres Gedankengut weiterhin verbreitete.

Quellen und Literatur

  • Souvenirs d'un révolutionnaire, 1902 (21972)
  • (zusammen mit A. Arnould) Souvenirs de deux communards réfugiés à Genève, 1871-1873, hg. von M. Vuilleumier, 1987
  • DBMOF 2, 475-477
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 30.1.1826 ✝︎ 16.5.1901

Zitiervorschlag

Kohler, François: "Lefrançais, Gustave", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 30.10.2012, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/028409/2012-10-30/, konsultiert am 25.10.2020.