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Paul vonKrüdener

31.1.1784 Mitau (heute Jelgava, Lettland), 10.2.1858 Bern, luth., aus Kurland. Sohn des Burkard, russ. Botschafters in Venedig, Kopenhagen und Berlin, und der Barbara Juliane (->). Ledig. In Berlin, wo sein Vater im Amte starb, war K. Botschaftssekretär. 1802 wurde er nach St. Petersburg und 1807-12 nach Paris versetzt. Ab 1814 war er Mitarbeiter von Ioannes Antonios Kapodistrias in Zürich. Als dieser zum Wiener Kongress reiste, gelang es K., das restaurative Bern, wo er 1815-27 als Geschäftsträger wirkte, zur Tagsatzung der 19 Kantone zu bringen und 1817 den neutralen Staatenbund in die Hl. Allianz zu führen. Den antiliberalen Druck der Ostmächte (Conclusum 1823) trug der helvetophile K. nur halbherzig mit. Nach der Mission in Washington 1827-36 kehrte er nach Bern zurück, wo er den eskalierenden Machtkampf zwischen radikalen und konservativen Kantonen, den Sonderbundskrieg und den jungen Bundesstaat aufmerksam beobachtete und mässigend beeinflusste. Dem Mediationsangebot der Grossmächte und ihrer Einmarschdrohung nach der kath.-konservativen Niederlage (1847-48) schloss sich K. wie die brit. Diplomatie nicht an. Im Konflikt um Neuenburg (1856-57) trugen seine Interventionen bei Bundespräs. Jakob Stämpfli und bei Constant Fornerod dazu bei, dass Alexanders II. mässigender Einfluss Preussen zur Verständigung mit der Schweiz bewog.

Quellen und Literatur

  • DDS 1
  • Schweiz - Russland, bearb. von A. Fleury, D. Tosato-Rigo, 1994
  • F. Ley, La Russie. Paul de K. et les soulèvements nationaux 1814-1858, 1971
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Lebensdaten ∗︎ 31.1.1784 ✝︎ 10.2.1858