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Ernst vonWeizsäcker

25.5.1882 Stuttgart, 4.8.1951 Lindau (Bayern), evangelisch, Deutscher. Sohn des Karl Hugo, ab 1906 Präsident des württembergischen Staatsministeriums, 1916 Freiherrn, und der Paula geborene von Meibom. 1911 Marianne von Graevenitz. 1900-1919 Marineoffizier. 1920 Eintritt in den auswärtigen Dienst, 1921 Vizekonsul und 1922 Konsul in Basel, 1924 Gesandtschaftsrat in Kopenhagen, 1927 Mitglied der deutschen Delegation bei den Abrüstungsverhandlungen in Genf, 1928 Leiter des Sonderreferats Völkerbund, 1931 Gesandter in Oslo, 1933-1937 Gesandter in Bern. Ab 1937 im Auswärtigen Amt in Berlin, 1938 Staatssekretär, 1943-1945 Botschafter beim Heiligen Stuhl. 1946 Rückkehr nach Lindau, 1947 Verhaftung durch die Amerikaner, 1949 im Wilhelmstrassen-Prozess in Nürnberg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu sieben Jahren Haft verurteilt, 1949 Reduktion der Haftstrafe auf fünf Jahre, 1950 vorzeitige Haftentlassung. Die Rolle Ernst von Weizsäckers für die schweizerisch-deutschen Beziehungen wird kontrovers diskutiert. Für Weizsäckers Behauptung nach dem Krieg, er habe als Freund der Schweiz deren Unversehrtheit begünstigt, lassen sich keine stichhaltigen Belege finden. Als grossdeutsch gesinnter, aristokratischer Diplomat, NSDAP-Mitglied und ab 1938 SS-Oberführer setzte er sich stets für die Interessen des NS-Staates und gegen Parlamentarismus, Demokratie und Völkerbund ein. Vom Bundesrat verlangte er mit wenig Erfolg eine rigorose Pressekontrolle und absolute Neutralität und bekämpfte den alliierten, vor allem französischen Einfluss in der Schweiz.

Quellen und Literatur

  • DDS 11-14
  • S. Schwarz, Ernst Frh. von Weizsäckers Beziehungen zur Schweiz (1933-1945), 2007
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 25.5.1882 ✝︎ 4.8.1951

Zitiervorschlag

Marco Jorio: "Weizsäcker, Ernst von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 17.11.2015. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/028536/2015-11-17/, konsultiert am 14.04.2024.