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PaulKarrer

In seinem Labor an der Universität Zürich. Fotografie von Hans Staub, 1941 (Fotostiftung Schweiz, Winterthur) © Fotostiftung Schweiz.
In seinem Labor an der Universität Zürich. Fotografie von Hans Staub, 1941 (Fotostiftung Schweiz, Winterthur) © Fotostiftung Schweiz.

21.4.1889 Moskau, 18.6.1971 Zürich, von Teufenthal (AG) und Oberentfelden. Sohn des Paul, Zahnarzts, und der Julia geb. Lerch. Helene Fröhlich, Tochter des Leopold, Leiter der Psychiatr. Klinik Königsfelden. 1892 Rückkehr seiner Fam. in die Schweiz. Schulen in Möriken und Lenzburg, Gymnasium in Aarau. 1908 Chemiestud. an der Univ. Zürich, 1911 Promotion über Kobaltkomplexe. Assistent bei Alfred Werner, Arbeiten über organ. Arsenverbindungen, 1912 Wechsel an das Georg-Speyer-Haus in Frankfurt am Main zu Paul Ehrlich. Zunächst Forschung an Metallkomplexen des Salvarsans, dann eigene Studien über Alkaloide und Kohlenhydrate. 1918 ao. Prof. an der Univ. Zürich, 1919-59 in der Nachfolge Alfred Werners o. Prof. und Direktor des Chem. Instituts, 1950-51 Rektor der Univ. Zürich. Der Naturstoffchemiker K. schrieb über 1'000 Originalarbeiten, v.a. über Kohlenhydrate, Carotinoide, Vitamine und Flavine, die er meist in den "Helvetica chimica acta" publizierte. Unter seinen epochalen Arbeiten sind die Strukturaufklärung des Vitamins A (Retinol, 1931), die Synthese des Vitamins B2 (Riboflavin, 1935) sowie die Strukturanalyse und Partialsynthese des Toxiferins und verwandter Calebassenalkaloide (südamerikan. Pfeilgifte) hervorzuheben. Prägend war sein "Lehrbuch der organ. Chemie", das 1929-63 in 14 dt. Auflagen erschien und in viele Sprachen übersetzt wurde. K. hatte massgebl. Einfluss auf die industrielle Vitaminforschung und -produktion in der Schweiz (Hoffmann-La Roche). 15 Ehrendoktorate, 1922 Marcel-Benoist-Preis, 1935 Cannizzaro-Preis der Chem. Gesellschaft Italiens, 1937 Nobelpreis für Chemie. Seit 1959 veranstaltet die Univ. Zürich Paul-Karrer-Vorlesungen über Fortschritte in der Naturstoffchemie.

Quellen und Literatur

  • Vjschr. der Naturforschenden Ges. in Zürich 116, 1971, 506-511
  • Chemie in unserer Zeit 6, 1972, 146-153
  • NDB 11, 297-299
  • Biographical Memoirs of the Fellows of the Royal Society 24, 1978, 245-321, (mit Werkverz.)
  • C.H. Eugster, «150 Jahre Chemie an der Univ. Zürich», in Chimia 37, 1983, 213-217
  • M. Stuber, S. Kraut, Der Marcel Benoist-Preis 1920-1995, 1995, 152
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Lebensdaten ∗︎ 21.4.1889 ✝︎ 18.6.1971