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NessimGaon

22.2.1922 Khartum, 10.5.2022 Genf, israelitisch, seit 1969 von Genf. Sohn des David Joseph Gaon, hohen britischen Beamten im Sudan, und der Victoria geborene Cohen. Renée Tamman, Tochter des Joseph Tamman, Kaufmanns. Studium an der London School of Economics. Freiwilliger Dienst in der britischen Armee, Leutnant, 1940-1946 Hauptmann. Gaon liess sich 1956 in Genf nieder und schuf unter dem Firmennamen Noga ein Netz von Hotel-, Industrie-, Import-, Export- und Immobiliengesellschaften in der Schweiz und im Ausland. Er setzte sein Vermögen zum Aufbau des Staates Israel ein. 1970 spielte er eine wichtige Rolle in den Verhandlungen zwischen Israel und Ägypten. Ab 1983 zerfiel Gaons Finanzimperium zusehends (Krise in Nigeria, Immobilienkrise, Rezession). Ausserdem war er in einen Rechtsstreit mit der Russischen Föderation verwickelt, die finanzielle Forderungen nicht beglich, welche das Unternehmen an sie gerichtet hatte. Die ausbleibenden Zahlungen führten schliesslich zum Bankrott von Noga. Nachdem er der ungetreuen Geschäftsführung und des betrügerischen Bankrotts verdächtigt worden war, eröffnete die Genfer Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen Gaon. Elf Jahre später, 2004, wurde er von der Genfer Justiz freigesprochen. Präsident der World Sephardic Federation, 1973 Vizepräsident des World Jewish Congress (WJC).

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Lebensdaten ∗︎ 22.2.1922 ✝︎ 10.5.2022

Zitiervorschlag

Jean de Senarclens: "Gaon, Nessim", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 06.09.2022, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/030007/2022-09-06/, konsultiert am 19.05.2024.