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EmilieParavicini-Blumer

14.2.1808 Mollis, 3.2.1885 Mollis, ref., von Glarus. Tochter des Johann Jakob Blumer, Arztes, und der Anna geb. Müller. 1825 Bartholome Paravicini, Sohn des Johannes, Handelsherrn und Ratsherrn. Unterricht bei der Mutter, später bei einer Hauslehrerin. P. beteiligte sich in den 1830er Jahren am Hilfswerk für poln. Emigranten, wirkte bei der Verteilung von Hilfsgütern nach dem Brand in Glarus von 1861 mit und setzte sich für die Gründung einer Mädchenarbeitsschule in Mollis ein. Sie eignete sich in der väterl. Praxis medizin. Kenntnisse an und wandte sich in späteren Jahren der Homöopathie zu. Mit ihrer Heilmethode erlangte sie Ansehen, wurde aber von den Ärzten der Kurpfuscherei bezichtigt. Ihr Fall kam vor die Landsgem., die 1874 wider Erwarten entschied, dass jedermann ohne medizin. Ausbildung und Prüfung als Arzt praktizieren dürfe. Ein ausgedehnter Briefwechsel gewährt Einblick in P.s Leben, ihre Interessen und Freundschaften.

Quellen und Literatur

  • H. von Lerber, Oben bleiben!: Die Lebensgesch. der tapferen Glarnerin Emilie P.-Blumer, 1808-1885, 1961
  • E. Joris, Liberal und unerschrocken: Die Pädagogin Josephine Stadlin - die Homöopathin Emilie Paravicini-Blumer. Handlungsspielräume von Bildungsbüregerinnen im 19. Jh., 2011
  • E. Joris, «Helfen und Heilen - Homöopathie versus Schulmedizin. Emilie Paravicini-Blumer und Fridolin Schuler», in Historische Begegnungen, hg. von E. Joris, B. Meier, M. Widmer, 2014, 147-174
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Variante(n)
Emilie Blumer (Taufname)
Emilie Paravicini (Ehename)
Lebensdaten ∗︎ 14.2.1808 ✝︎ 3.2.1885