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Jansenismus

Im Gegensatz zu anderen kath. Ländern spielte die einflussreiche, auf die strenge Theologie des Augustinus zurückgehende, den barocken Katholizismus bekämpfende und eine "vernünftige" Religion erstrebende Reformbewegung des J. - benannt nach Bf. Cornelius Jansen - in der kath. Aufklärung der Schweiz nur eine untergeordnete Rolle. Als Gründe dafür können genannt werden: das Fehlen höherer Bildungsanstalten und einer intellektuellen Kultur im kath. Raum, die stark jesuitisch geprägte Ausbildung des Klerus, der Traditionalismus und die Anhänglichkeit an die Barockkultur bei den Laien, die relativ hohe kirchl. Autonomie sowie die betonte Abgrenzungshaltung gegenüber dem Protestantismus. Einige nach Wien ausgewanderte Schweizer - Johann Peter Simmen, Melchior Blarer, Kaspar Carl von Hohenbalken - prägten dennoch den österr. J. mit. Ferner brachten wohl einige Schweizer, die während der kurzzeitigen Verlegung des mailänd. Collegium Helveticum nach Pavia (1786-90) dort unter ital. Jansenisten studiert hatten, dieses Gedankengut in die Heimat zurück.

Quellen und Literatur

  • P. Hersche, Der Spätjansenismus in Österreich, 1977
  • P. Hersche, «Tracce del Tamburini nel mondo germanico», in Pietro Tamburini e il giansenismo lombardo, hg. von P. Corsini, D. Montanari, 1993, 205-225
  • S. Maruti, «Fra teologia politica e spirito rivoluzionario: giansenismo lombardo e clero ticinese», in Pagine storiche luganesi 10, 1999, 145-172
  • RGG 4, 2001, 369-372