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Truchsess

Der T. (althochdt. truhtsâzzo, Vorsteher eines Gefolges, lat. dapifer, discophorus und senescalcus), auch Seneschall genannt, hatte neben dem Marschall, Mundschenk und Kämmerer das vornehmste unter den Ämtern am hochma. Königshof inne. Deren Ursprung ist in der germ. Hausverfassung zu suchen. Dem T. oblag die Aufsicht über das Personal und die Hofverwaltung, insbesondere über die Verpflegung. Als Vorschneider war er für die Küche und herrschaftl. Tafel verantwortlich. Nach dem Vorbild des Königshofs richteten im HochMA auch geistl. und weltl. Fürsten wie Reichsbischöfe und -äbte, Herzöge, Grafen und Freiherren Hofämter ein. Am Lausanner Bischofshof ist z.B. ein T. oder Seneschall ab 1142 bezeugt, in der Herrschaft Arconciel ab 1142/46, in jener von Estavayer ab 1150/60, in der Abtei St. Gallen ab 1167. Das Amt wurde erblich, der Titel oft als Familienname geführt, wie bei den Truchsessen von Diessenhofen.

Quellen und Literatur

  • W. Rösener, «Hofämter an ma. Fürstenhöfen», in DA 45, 1989, 485-550
  • HRG 5, 374-377
  • LexMA 5, 67 f.; 8, 1069 f.