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Porri

Fam. von Architekten, Baumeistern und Festungsbaumeistern aus Bissone, die auch unter den Namen Pario, Parri, Pahr, Pohr, Bahr bekannt wurden und im 16. Jh. im Gebiet des heutigen Polen, in Deutschland und in Schweden wirkten. Giacomo (✝︎1575 im schles. Brieg, heute Brzeg, Polen), ab 1539 in Schlesien belegt, führte eine blühende Werkstatt, welche die Architektursprache der lombard. Renaissance nach Mitteleuropa brachte. Als Architekt der Hzg. von Brieg baute er 1539-40 das Schloss Bolków und 1544-56 jenes von Brieg wieder auf, wo er 1564-69 auch das Gymnasium sowie 1570-72 mit Bernardo Neuroni das Rathaus errichtete. Daneben schuf er 1545-48 den Palast der Fam. Górka in Posen (heute Poznań, Polen) und arbeitete 1569-70 mit Giovan Battista Quadro im Auftrag von Kg. Sigismund II. August an der Erweiterung des Königsschlosses in Warschau. Francesco (✝︎1580 in Uppsala), der jüngere Bruder von Giacomo, lebte 1540-50 in Haynau (Schlesien, heute Chojnów, Polen). Er baute 1546-47 das Schloss in Haynau und 1557 dasjenige in Oppeln (Schlesien, heute Opole, Polen) um und malte sie aus. 1558-72 war er in Mecklenburg tätig, wo er 1558-65 das Schloss Güstrow erbaute sowie in Schwerin, Rostock und Bützow arbeitete. 1572 wurde er zum königl. Architekten von Johann III. Wasa, Kg. von Schweden, berufen und schuf die Schlösser von Uppsala und Stockholm. Zwei weitere Brüder, der Festungsbaumeister Giovan Battista und der Architekt Domenico (✝︎1602 in Borgholm) wirkten, nachdem sie mit Francesco in Güstrow gearbeitet hatten, in Schweden, u.a. in Kalmar und Borgholm; Giovan Battista kehrte 1578 nach Schlesien zurück. Der mit den Brüdern P. verwandte Bildhauer und Stuckateur Cristoforo war in Schwerin, Güstrow und Nyköping tätig.

Quellen und Literatur

  • M. Zlat, Brzeg, 21979
  • M. Karpowicz, Artisti ticinesi in Polonia nel '500, 1987, 49-83
  • The Dictionary of Art 24, 1996
  • D. Popp, «Das Skulpturenprogramm des Schlossportals in Brieg/Schlesien (um 1550-1556)», in Bildnis, Fürst und Territorium, hg. von A. Beyer, 2000, 111-125, (mit Bibl.)