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AugusteQuiquerez

Porträt von Auguste Quiquerez, aufgenommen von einem unbekannten Fotografen, um 1880 (Musée jurassien d'art et d'histoire, Delsberg).
Porträt von Auguste Quiquerez, aufgenommen von einem unbekannten Fotografen, um 1880 (Musée jurassien d'art et d'histoire, Delsberg).

8.12.1801 Pruntrut, 13.7.1882 Bellerive (Gemeinde Courroux), katholisch, von Grandfontaine. Sohn des Jean-Georges (->). 1832 Thérèse Chariatte, Tochter des Fidèle, Gerbers. 1816-1817 Kollegium St. Michael in Freiburg, Ingenieurstudium in Paris. 1821 kehrte Auguste Quiquerez nach Bellerive zurück. Er arbeitete auf dem väterlichen Gut mit, das er 1832 übernahm und – zuerst mit seinem Bruder Louis (1837) – während rund zehn Jahren leitete, bevor er es verpachtete. Gleichzeitig studierte er autodidaktisch Landwirtschaft, Geologie, Naturwissenschaften, Geschichte und Nationalökonomie. Er restaurierte das Schloss Soyhières, in dem er ein Studierzimmer einrichtete. Während eines halben Jahrhunderts suchte er im Jura nach Spuren aus römischer und keltischer Zeit sowie nach solchen aus dem Mittelalter. 1831 gehörte er mit Xavier Stockmar, Jules Thurmann und Charles Neuhaus zu den jurassischen Architekten der liberalen Revolution, die das bernische Patriziat stürzte. Ab 1837 war Quiquerez durch Kooptation Mitglied des Grossen Rats des Kantons Bern und 1838-1846 auch Regierungsstatthalter im Amtsbezirk Delsberg, wo er gegen die Übernutzung der Wälder und 1845 für die Gründung des Bezirksspitals kämpfte. Nachdem er 1846 von der radikalen Revolution ins Abseits gedrängt worden war, wurde er 1847 zum Stellvertreter des kantonalen Bergbauingenieurs ernannt. Bis zu seinem Tod war Quiquerez Ingenieur der Eisenminen des Berner Juras. Er studierte die Geologie des siderolithischen Geländes, um die noch vorhandenen Vorkommen zu eruieren, und interessierte sich auch für alte Eisenhütten.

Seine sorgfältig festgehaltenen Beobachtungen und seine zahlreichen Publikationen machten Quiquerez zu einem Pionier der Archäologie im Jura. Mit seinen Arbeiten über das Eisen und die Hütten des ehemaligen Fürstbistums Basel wurde er zu einem Vorreiter der Industriearchäologie. Auch auf anderen Gebieten war er ein Wegbereiter, nämlich im Denkmalschutz (Ausgrabungen, Schriften über und Zeichnungen von Schlössern, Kirchen und Abteien), in der Geschichte der politischen und rechtlichen Institutionen des ehemaligen Fürstbistums Basel und in der Ethnografie (Feldforschungen zu Volksbräuchen und -traditionen); ausserdem führte er die Fotografie in die jurassische Ikonografie ein. Als eine der herausragenden Persönlichkeiten der Société jurassienne d'émulation wirkte er ab 1847 an Arbeiten und Publikationen von rund dreissig schweizerischen und französischen Gesellschaften aus den Fachbereichen Geschichte, Archäologie, Topografie, Landwirtschaft und Naturwissenschaften mit. 1877 wurde Quiquerez Ehrendoktor der Universität Bern, 1878 Officier d'académie in Frankreich. Seine 1880 der Universität Basel verkauften Sammlungen wurden zwischen der Universitätsbibliothek Basel (Manuskripte) und verschiedenen Museen aufgeteilt. Major.

Quellen und Literatur

  • Teilnachlässe in: AAEB; Musée jurassien d'art et d'histoire, Delsberg; UBB
  • Anthologie jurassienne 1, 1964, 348-359, (mit Werkverz.)
  • G. Lovis, Auguste Quiquerez et nos vieilles gens, 1982
  • V. Friedli, «Auguste Quiquerez (1801-1882)», in Jura pluriel, 2000, Nr. 38, 24-27
  • V. Friedli, «Bibliographie d'Auguste Quiquerez: les imprimés», in Actes SJE, 2008, 95-129
Weblinks
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GND
VIAF

Zitiervorschlag

François Kohler: "Quiquerez, Auguste", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 15.03.2012, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/031999/2012-03-15/, konsultiert am 24.04.2024.