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JérômeBolsec

um 1520 Paris, 1584, Karmeliter in Paris, ab 1545 prot.; Medizinstud. im Exil in Ferrara (Emilia-Romagna). Um 1550 Arzt in Veigy, im damals bern. Teil Savoyens. Im Okt. 1551 wurde B. eingekerkert, da er öffentl. die Prädestinationslehre Calvins angegriffen hatte. Obwohl die ref. Kirchen von Basel, Bern und Zürich zur Mässigung mahnten, wurde er im Dezember aus Genf verbannt. Als Arzt in Thonon praktizierend, wurde er 1555 von Bern verjagt und kehrte nach Frankreich zurück. Ein Aufenthalt in Lausanne, von April bis Dez. 1563, wurde durch eine Intervention von Theodor Beza beendet. Nach seiner Rückkehr zum alten Glauben (vor 1570) verfasste B. giftsprühende Biografien von Calvin (1577) und Beza (1582), welche die kath. Polemik lange Zeit mit Nahrung versorgten. B.s Angriffe bewogen Calvin, seine Prädestinationslehre noch unnachgiebiger zu formulieren.

Quellen und Literatur

  • «Procès de Jérôme B.», in Registres de la Compagnie des pasteurs 1, 1964, 80-131
  • F. Pfeilschifter, Das Calvinbild bei B. und sein Fortwirken im franz. Katholizismus bis ins 20. Jh., 1983
  • P. Holtrop, The B. Controversy on Predestination from 1551-1555, 1993
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