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GiuseppeGhiringhelli

Gedenkbüste, die der Bildhauer Antonio Chiattone im Auftrag der Società Demopedeutica (Verein für Volkserziehung) schuf, 1887 (Ufficio dei beni culturali, Bellinzona; Fotografie Daniela Temperli).
Gedenkbüste, die der Bildhauer Antonio Chiattone im Auftrag der Società Demopedeutica (Verein für Volkserziehung) schuf, 1887 (Ufficio dei beni culturali, Bellinzona; Fotografie Daniela Temperli). […]

18.9.1814 Bellinzona, 11.2.1886 Bellinzona, kath., von Bellinzona. Sohn des Fulgenzio, Staatsanwalts, und der Maddalena geb. Molo. G. studierte an den Priesterseminaren von Novara und Como und empfing 1837 in Bologna die Priesterweihe. Darauf kehrte er ins Tessin zurück und wurde 1838 zum Chorherrn der Kollegiatskirche in Bellinzona ernannt. Als einer der ersten Schüler absolvierte er den 1837 eingeführten Methodikkurs für Lehrer, den er dann 1842-52 und 1857-63 leitete. G. war mit Stefano Franscini befreundet und bekleidete hohe Ämter im Bereich der Erziehung. Das neue Schulgesetz (1864), das die Unvereinbarkeit zwischen Priesterwürde und Lehrerberuf festlegte, zwang ihn jedoch 1865 zum Rücktritt. Er förderte und präsidierte Vereinigungen, die erzieherische und philanthrop. Ziele verfolgten, wie die Gesellschaft der Freunde für die Volkserziehung (1837), die Hilfsgesellschaft für Lehrer (1861) und den Konsumverein von Bellinzona (1868). G. war auch im Journalismus tätig und wirkte als Redaktor der Blätter "L'Almanacco del Popolo Ticinese", "L'Amico del Popolo" und "L'Educatore della Svizzera Italiana" sowie als Direktor radikaler polit. Zeitungen. Als antikonformist. Priester stand er oft im Widerspruch zur kath. Hierarchie.

Quellen und Literatur

  • ASTI, Nachlass G.
  • A. Caldelari, Il Canonico Giuseppe G., 1981
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 18.9.1814 ✝︎ 11.2.1886