de fr it

Ribi

Schultheiss von Lenzburg

Bauernfam. aus dem aarg. Seengen, die im 14. Jh. in habsburg.-österr. Diensten in den Niederadel aufstieg. Konrad (erw. 1346-77), vielleicht verwandt mit dem Churer Bf. Ulrich (->), wurde um 1350 von den österr. Herzogen zum Schultheissen und Vogt in Stadt und Amt Lenzburg eingesetzt. Die auch Schultheiss von Lenzburg genannte Fam. hielt das Amt erbweise über drei Generationen. Sie war in Boswil, Steinhausen und Lenzburg begütert. 1369 erhielt sie Schloss Lenzburg als Burglehen. Von Konrads Söhnen waren Johann (->) Bf. von Gurk (Kärnten) und Brixen (Südtirol), Rudolf (1382) und Ruedger (1383) Pröpste von Beromünster bzw. Rheinfelden. Hans (erw. 1383-1437) musste Bern 1415 Burg und Stadt Lenzburg übergeben und 1433 seine Rechte verkaufen. Trotz standesgemässer Eheallianzen mit Verena von Rinach bzw. Ursula von Büttikon büsste die Fam. ihre Stellung ein. Mit Hans' Sohn Hans Werner (1473) starb die Fam. aus.

Quellen und Literatur

  • W. Merz, Die Lenzburg, 1904, 57-72, Stammtaf. 3
  • J.J. Siegrist, «Lenzburg im MA und im 16. Jh.», in Argovia 67, 1955, 5-391, v.a. 250
  • B. Meier, Ein Königshaus aus der Schweiz, 2008, 168, 191 f.