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Appenzeller Kalender

Berechnungsfehler anderer Kalender bewogen Johannes Tobler aus Rehetobel, ab 1722 seinen eigenen "Schreib-Calender", den spätern Appenzeller Kalender, herauszugeben. Tobler blieb, obwohl seit 1736 aus politischen Gründen im amerikanischen Exil, bis 1754 an der Herausgabe beteiligt. Redaktion und Verlag lagen ab 1746 für rund 100 Jahre in Händen der Familie. Sturzenegger aus Trogen, die ihn ab 1767 in ihrer neu gegründeten Druckerei herstellte. Weit über den Kanton hinaus verbreitet, erreichte der Appenzeller Kalender schon 1830 eine sehr hohe Auflage (50'000, um 1910 gar 80'000, 2000 rund 32'000). Er enthielt bis 1958 neben dem gregorianischen auch den julianischen Kalender, daneben unter anderem Ratschläge für den Alltag, ab 1738 Verzeichnisse der Behörden und ab 1764 Abbildungen. Markant wandelte sich im 20. Jahrhundert der Inhalt der Geschichten; die exotischen Stoffe wurden abgelöst durch Berichte aus der ländlich-bäuerlichen Heimat (oft in Mundart verfasst), wobei alle namhaften Heimatdichter zum Zuge kamen.

Quellen und Literatur

  • G. Thürer, «250 Jahre Appenzeller Kalender», in Rorschacher Njbl. 62, 1972, 125-144
  • W. Schläpfer, Pressegesch. des Kt. Appenzell Ausserrhoden, 1978
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Zitiervorschlag

Thomas Fuchs: "Appenzeller Kalender", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.06.2001. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/041186/2001-06-25/, konsultiert am 29.11.2022.