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Morier

Fam. aus dem Pays-d'Enhaut, deren Vertreter sich im 18. und 19. Jh. im brit. Staatsdienst auszeichneten. Da das Familienvermögen der M. allmählich schwand, beschlossen die drei Söhne des Moyse, Gerichtsbeisitzers in Château-d'Œx, und der Marie Turrian, um 1730 ihre Heimat zu verlassen. David (1703-70) liess sich in Paris nieder und siedelte um 1745 nach England über, wo er sich der Malerei verschrieb. Gefördert vom Hzg. von Cumberland, wurde er als Porträtist und Militärmaler bekannt. Der zweite Sohn, Moyse (1705-70), erlangte im Ausland weder Ruhm noch Reichtum. Der dritte, Gabriel (1712), ist vermutlich der Vater von Isaac (1750 Smyrna), der den sozialen Aufstieg der Fam. begründete. Als Kaufmann erwarb Isaac die engl. Staatsbürgerschaft und verheiratete sich vorteilhaft. Seine vier Söhne wurden in Harrow erzogen und machten alle eine glänzende Karriere. William (1790-1864) wurde Vizeadmiral der Marine, John Philip (1776-1855) Unterstaatssekretär im Foreign Office, David Richard (->) und James Justinien (1780-1849) traten ebenfalls in den diplomat. Dienst ein. Der letztgenannte schrieb auch oriental. Romane, die von Walter Scott und Charles Dickens sehr geschätzt wurden ("Hajji baba" 1824, dt. "Hadschi Baba's Abenteuer" 1824, versch. Neuauflagen mit unterschiedl. Titeln). David Richards Sohn, Robert Burnett (1826-93), setzte die Familientradition des diplomat. Dienstes fort, wurde Botschafter in Russland und erhielt von Königin Victoria den Titel eines Baronets verliehen.

Quellen und Literatur

  • Journal de Château-d'Œx, 23.12.1947 (Suppl.)
  • J. de Bonneval, «La famille M. en Angleterre», in RHV, 1955, 57-64

Zitiervorschlag

Giddey, Ernest: "Morier", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23.06.2008, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/041575/2008-06-23/, konsultiert am 27.10.2020.