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Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein (FFA)

Da der Versailler Vertrag von 1919 den Flugzeugbau in Deutschland verbot, verlegte Claude Dornier die Endmontage von in Friedrichshafen hergestellten Flugzeugteilen nach Altenrhein, unterstützt von deutschfreundl. Kräften im Schweizer Generalstab und dem Flugverein Ad Astra Aero, der die Dornier-Flugzeuge auf dem Militärflugplatz Dübendorf erprobte. 1924 gründete Dornier die Dornier-Werke Altenrhein AG, die 1927 den Betrieb aufnahmen. Aufsehen erregte 1929 das Grossraumflugboot Do-X, da es Deutschlands Fähigkeit zur Wiederaufrüstung demonstrierte. Anfang der 1930er Jahre exportierte das Unternehmen bewaffnete Flugzeuge nach Kolumbien. Bis 1944 bauten die rund 800 Arbeiter der Dornier-Werke Altenrhein in Lizenz dt. Flugzeuge für die Schweizer Armee nach und tätigten geringe Exporte nach Deutschland. Nach dem Krieg ging die Firma in Schweizer Besitz über. Von 1948 an leitete Claudio Caroni das Unternehmen (Kauf 1952), das 1949 in Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein AG umbenannt wurde. Die vom Militärdepartement subventionierte Entwicklung eines Schweizer Jagd- und Erdkampfflugzeuges endete 1958 mit dem Absturz des Prototyps in den Bodensee. Neben Eisenbahnwaggons vertrieben die FFA ab 1972 mehr als 160 Schulflugzeuge des Typs AS 202 Bravo, einer Eigenentwicklung, darunter 48 an die irakische und 40 an die indonesische Luftwaffe. Luciano Caroni verkaufte 1987 den Waggonbau an die Schindler AG und die Flugzeugwerke an Justus Dornier, von dem diese an die Gautschi AG in St. Margrethen gelangten. Die FFA gaben den Bau eigener Flugzeuge auf und sind seither Zulieferer für die Flugzeugindustrie (FA 18, Tiger, Airbus). Daneben revidieren sie Zivilflugzeuge.

Quellen und Literatur

  • P. Hug, «FFA», in Industriekultur am Bodensee, hg. von D. Stender, 1992, 64 f.
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