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Ems-Chemie

Die international tätige Ems-Chemie Holding AG, die in Domat/Ems ansässig ist, wurde 1941 vom Chemiker Werner Oswald gegründet, der das Patent für die Alkoholgewinnung aus Holzabfällen besass. Doch erst die Benzinverknappung nach dem Ausbruch des 2. Weltkriegs führte mit Bundeshilfe zum Bau einer Holzverzuckerungsanlage in Domat/Ems, die Treibstoffzusätze, das sog. Emser Wasser, herstellte. Nach Kriegsende erfolgte die Produktion von Emser Dünger (Synthesen von Ammoniak und Harnstoff), ab 1951 von Kunstfasern (Grilon) sowie der Bau eigener Kraftwerke. Ab 1960 hiess der Betrieb Emser Werke, 1978 entstand die E. in ihrer heutigen Form. Der grösste Unternehmensbereich ist die Ems-Chemiegruppe, die polymere Werkstoffe herstellt (Spritzguss-Granulate, Fasern, Kleber, Härter). Die anderen Bereiche umfassen die Gruppen Ems-Inventa (1947, Verfahren, Anlagenbau), Ems-Patvag (1963, Zündsysteme), Ems-Dottikon (1987, Feinchemie). Die E. bestand 2003 aus 37 Gesellschaften und Produktionsstätten in Europa, USA und Asien und wies einen Nettoumsatz von 1'221 Mrd. und ein Betriebsergebnis von 197 Mio. Fr. aus; der grösste Industriebetrieb im Kt. Graubünden beschäftigte insgesamt 2'637 Personen. Christoph Blocher (1940), der 1983 die Aktien der Oswald-Erben erworben und ab 1984 als Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats die E. geleitet hatte, schied nach seiner Wahl in den Bundesrat 2003 aus dem Unternehmen aus. Seine Aktienmehrheit ging auf seine vier Kinder über, Geschäftsleitung und Verwaltungsrat wurden getrennt. Seit Jan. 2004 wird die E. von Magdalena Martullo-Blocher als Vizepräsidentin und Delegierte des Verwaltungsrats geführt.

Quellen und Literatur

  • J. Wildberger, A. Strehle, «Die Emser Werke, eine wirtschaftl. Grossmacht in Graubünden», in TA Mag. 4, 27.1.1979
  • H.U. Rentsch, «Werner Oswald (1904-1979)», in Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik 43, 1985
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