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Schweizerische Centralbahn (SCB)

Ein erster, ab 1845 unternommener Versuch zur Errichtung einer Gesellschaft für den Bau einer Bahnverbindung zwischen Basel und der Innerschweiz war infolge der Sonderbundskrise im Sande verlaufen. Gegründet wurde die Schweizerische Centralbahn (SCB) mit Sitz in Basel dann am 4. Februar 1853. Initianten waren Johann Jakob Speiser, Achilles Bischoff und Karl Geigy, Geldgeber französische und Basler Banken, die Kantone beider Basel sowie private Aktionäre. Dank Beiträgen der Kantone Luzern, Solothurn, Bern und Uri konnte an der Generalversammlung der SCB 1856 die Überwindung einer frühen, durch Spekulationen an der Pariser Börse mitverursachten und durch die Konkurrenzsituation mit anderen Eisenbahngesellschaften (Eisenbahnen) verschärften Finanzkrise bekanntgegeben werden. Die SCB baute von Basel her Linien über Liestal und Olten nach Brugg, Bern, Thun, Biel und Luzern, bis 1902 insgesamt 333 km. In Basel verknüpfte sie das schweizerische 1860 mit dem französischen und 1873 mit dem deutschen Netz. Auch in die SCB integriert wurde die älteste Linie auf schweizerischem Boden, der 1844 eröffnete Abschnitt Saint-Louis-Basel der Strassburg-Basel-Bahn (erster Bahnhof: Spitalstrasse, zweiter: St. Johann). Hauptziel der SCB war die Errichtung eines schweizerischen Eisenbahnkreuzes mit dem Mittelpunkt Olten, wie es in der vom Bundesrat 1850 in Auftrag gegebenen Expertise der britischen Ingenieure Robert Stephenson und Henry Swinburne für ein staatliches Eisenbahnnetz projektiert gewesen war. Dabei musste auf der 1858 fertiggestellten Kernlinie Basel-Olten die zweite Passstrecke auf dem europäischen Kontinent mit Steigungen bis zu 27‰ gebaut werden. Mit zwei grossen Viadukten bildete der Hauensteintunnel Läufelfingen-Trimbach die aufwendigste Konstruktion. Dort ereignete sich 1857 während der Bauarbeiten für den ersten grossen Eisenbahntunnel der Schweiz eine Brandkatastrophe mit 63 Toten. Ein weiteres Grossbauwerk erstellte die SCB bei Bern: Die 1858 über die Aare errichtete Rote Brücke (1941 ersetzt) gehörte zu den international bedeutenden frühen Eisenbrücken. 1873-1882 baute die Gesellschaft zusammen mit der Schweizerischen Nordostbahn eine Anschlussverbindung ihrer Linien an die Gotthardbahn, die von der SCB betriebene Aargauische Südbahn (Rupperswil-Brugg-Immensee). Daneben erweiterte sie ihr Netz nach der Gründerzeit nur noch um einige weitere Verbindungsstrecken sowie um die 1873 gegründete Gäubahn Olten-Solothurn-Busswil bei Büren. 1902 wurde die SCB in die Schweizerischen Bundesbahnen integriert.

Quellen und Literatur

  • SBB Historic
  • H. Frey, E. Glättli, Schaufeln, sprengen, karren, 1987
  • Bahnsaga Schweiz, hg. von H. von Arx et al., 1996
  • Die Eisenbahn und die Schweiz, Ausstellungskatalog Luzern, 1997
  • P. Heim, «Verkehr», in Solothurner Geschichte, 4/II, 2011, 176-219, v.a. 185-195
Weblinks

Zitiervorschlag

Bärtschi, Hans-Peter: "Schweizerische Centralbahn (SCB)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 13.05.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/041892/2020-05-13/, konsultiert am 15.05.2021.