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Officine del Gottardo

Die O. (ab 1989 Lonza G+T, seit 1994 Timcal SA) wurden 1908 in Bodio auf Initiative der Motor SA (heute Motor-Columbus) gegründet, die bereits die Biaschina-Kraftwerke erbaut hatte. Finanziert wurden sie teils mit dt., teils mit deutschschweiz. Kapital. Dem ersten Verwaltungsrat gehörte auch der spätere Bundesrat Giuseppe Motta an. Die Fabrik stellte Legierungen von Ferrosilicium und Ferrochrom her, die v.a. nach Deutschland exportiert wurden, sowie ab 1918 synthet. Grafit, der auch zu Beginn des 21. Jh. noch ihr Hauptprodukt war (Verwendung in der Metallurgie und als Schmiermittel in der Industrie). Wegen der Umstellung der Produktion nach dem Krieg durchlief die Fabrik in der Zwischenkriegszeit eine Krise; 1921 - dem Jahr der Explosion der Nitrum-Fabrik, die auch die O. in Mitleidenschaft zog - ging das ganze Kapital an die Motor SA und 1924 an die Lonza über. Im 2. Weltkrieg und der Nachkriegszeit kam es jedoch zu einem starken Aufschwung. 1995-2005 eröffnete das Unternehmen neue Industriestandorte und Handelsfilialen in verschiedenen europ. Ländern, in den USA, in Kanada, China und Japan. Die wichtigsten Produktionsphasen und die Forschung sind immer noch in Bodio angesiedelt.

Quellen und Literatur

  • Bodio, dal villaggio rurale al comune industriale, hg. von M. Poncioni, 1997
  • F. Viscontini, Alla ricerca dello sviluppo: la politica economica nel Ticino (1873-1953), 2005