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GrütliVersicherung

Die Krankenkasse des schweiz. Grütlivereins (ab 1914 Schweiz. G.-Krankenkasse) wurde auf Initiative der Sektion Olten des Grütlivereins 1872 als Taggeld- und Sterbekasse gegründet (Betriebsaufnahme 1.1.1873). Massgeblich daran beteiligt war Jakob Vogelsanger, Redaktor des "Grütlianers", späterer Nationalrat und Zürcher Stadtrat.

Am Ende des ersten Betriebsjahres zählte die nach dem Vorortsystem verwaltete Krankenkasse 68 Sektionen mit 2'052 Mitgliedern. Bis 1880 war die Mitgliedschaft für Grütlianer obligatorisch. Die grossen finanziellen Schwierigkeiten der Anfangsjahre konnten erst durch die Statutenrevision von 1896 überwunden werden, welche die Berechnung der Prämien auf eine versicherungsmathemat. Grundlage stellte. 1904 wurde die G. für die Mitglieder von SP und Gewerkschaften, 1905 für Frauen und Töchter der Grütlivereinsmitglieder geöffnet. Als Folge des neuen Kranken- und Unfallversicherungsgesetz von 1911 wandelte sie sich 1912 zur öffentl. Kasse und versicherte auch Kinder. Ab 1914 erhielt sie als nun vom Bund anerkannte Krankenkasse Subventionen. 1915 erfolgte die Fusion mit der Not leidenden Schweiz. Volkskrankenkasse. 1922 zählte die G. rund 25'000 Mitglieder. Die Abschaffung des Vorortsystems 1924 führte 1929 zur Niederlassung der Krankenkasse in Bern. Bis 1947 stieg die Mitgliederzahl auf rund 132'000 Versicherte in 110 Sektionen an. 1995 fusionierte die G. mit der Krankenkasse des Kt. Bern (KKB) und der Evidenzia zur Visana.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. G.-Krankenkasse, 1922
  • 75 Jahre Schweiz. G.-Krankenkasse, 1872-1947, 1948
  • Gruner, Bundesversammlung 1, 121 f.
  • Gazette G. 1991-95